Klangmeditation für Behinderte

Posted on Posted in Allgemein, Berufliche Anwendungsbereiche, Erfahrungsberichte

von Gastautorin: Judith Lenz

Ich kann mich noch sehr gut dran erinnern, wie mir jemand vorschlug, ich solle eine Fortbildung mit Klangschalen belegen und diese dann in der Pflege einsetzen. Damals konnte ich mir das überhaupt nicht vorstellen, wozu die Klangschalen im Pflegebereich gut sein sollten und fand es persönlich auch zu utopisch. Doch der Gedanke ließ mich nicht los, sodass ich ein paar Monate später einen Kurs belegte. Die Wirkungen der Schalen in diesem Kurs hatten mich so berührt, sodass ich die gesamte Ausbildung zur Klangpraktikerin absolvierte. Die Klangschalen haben eine große Veränderung in mein Leben gebracht, sowohl  persönlich als auch beruflich.

Über meinen Einsatz von Peter Hess® Therapieklangschalen bei Menschen mit Behinderung möchte ich gern berichten.

Schon eine ganze Weile darf ich einigen Menschen mit einfach oder mehrfach Behinderungen in einem Wohnbereich Klangmeditation geben. Welche Personen ich dort antreffe, ist mir im Vorfeld nicht bekannt. Das Pflegepersonal, welches anfänglich dem ganzen skeptisch gegenüberstand, sucht die Personen aus, wenn sie meinen, dass es denen gut tun würde. Inzwischen steht das Pflegepersonal den Therapieklangschalen auch offen und positiv gegenüber.

Da immer auch andere Menschen mit einer Behinderung dabei sind, ist sehr achtsames Arbeiten angesagt. Diese Menschen reagieren äußerst sensibel, allerdings auch sehr positiv auf die Klangschalen.Der Ablauf ist immer der gleiche. Ich begrüße jeden von ihnen einzeln mit der Klangschale. Danach folgt eine geführte Meditation und anschließend gehe ich mit den Klangschalen zu jedem Einzelnen und stelle die Schalen für ein paar Minuten auf oder neben den Körper. Abschließend wird jeder Einzelne mit Klang verabschiedet.

Inzwischen ist es auch so, dass bei diesem Gruppenangebot 3 – 4 Personen sind, die eine Klangmeditations-Stunde schon öfter mitgemacht haben. Bei diesen Menschen hat sich eine unglaubliche Veränderung durch die Klangschalen gezeigt. Eine junge Frau ist dabei, die anfänglich sehr unruhig war und in der ersten Stunde immer wieder ihre Jacke angezogen hat und aus dem Raum rauslaufen wollte. Sie war sehr ruhelos. Verbal kann sie sich auch nicht äußern und reagiert auf Reize sehr sensibel. Mittlerweile ist sie bei der Klangmeditation immer noch dabei. Sie begrüßt mich mit Handschlag und man merkt ihr an, wie sie sich auf die Klangmeditation freut. Es ist inzwischen nichts Neues mehr für sie und der Klang der Therapieschalen haben einen Erkennungswert für sie. Es erfreut mich so sehr, wie diese junge Frau in der einen Stunde Klang Ruhe in sich findet. Ihre Augen und der Blick folgen dem Ton und ein Lächeln zeigt sich im Gesicht, wenn ich mit den Klangschalen zu ihr komme. Dann habe ich in der Gruppe einen jungen Mann mit mehrfach Behinderung. An herkömmlichen Gruppenangeboten kann er deswegen nicht aktiv teilnehmen. Ich freue mich jedes Mal, wenn er dabei ist. Die Klangschalen schenken ihm und seinem Körper Ruhe. Er mag es eher, wenn er von den Klängen eingehüllt wird. Dabei nehme ich unterstützend auch ätherisches Lavendelöl.

Einige Teilnehmer fragen, ob ich die nächste Woche wieder käme und sie seien auf jeden Fall dabei. Es ist so wunderschön, bei diesen Menschen zu sehen, wenn ihre permanenten Bewegungen zur Ruhe kommen, wenn ein Lächeln in ihrem Gesicht zu sehen ist, wenn sie für einen kurzen Moment einschlafen, der Blick nach innen gekehrt ist oder sie einfach sagen‚ kannst du das noch einmal machen.

Meine Erfahrung soll anderen Mut machen, achtsam die Klangschalen einzusetzen, mit Ihnen zu arbeiten, da sie soviel Positives und Ruhe anderen Menschen geben.

FacebookTwitterLinkedInGoogle+Email

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *