Klangwunder am Wegesrand – Klangschalen ermöglichen so viel mehr als Entspannung

Viele Menschen erleben mit Klangschalen eine tiefe Entspannung. Erste wissenschaftliche Untersuchungen und zahlreiche Praxiserfahrungen zeigen, dass die Peter Hess® Klangmassage und weitere Peter Hess® Klangmethoden dazu beitragen können, zur Ruhe zu kommen und Stress abzubauen. Doch manchmal überrascht uns Klang noch auf ganz andere Weise. Genau davon erzählen die drei Praxisgeschichten unserer Gastautorin Birgit Doeubler, Heilpraktikerin und ausgebildet in der Peter Hess® Klangmassage I+II.

Klangwunder am Wegesrand – Drei Fallbeispiele aus der Praxis mit den Peter Hess® Klangschalen

Die beruhigende Wirkung von Klangschalen auf das Nervensystem ist immer häufiger Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Erste Studien und zahlreiche Praxiserfahrungen liefern Hinweise, dass die Peter Hess® Klangmassage und weitere Peter Hess® Klangmethoden dazu beitragen können, zur Ruhe zu kommen und Stress abzubauen. Viele Menschen berichten außerdem, dass sie bereits nach wenigen Minuten in einen Zustand zwischen Wachen und Schlafen eintauchen – ideal zur Stressreduktion und Klärung des Geistes. Auch in Physiotherapie, Ergotherapie und weiteren therapeutischen Arbeitsfeldern haben sich Interventionen mit den Peter Hess® Klangmethoden bewährt.

All dies wissen wir. Und trotzdem dürfen wir uns immer wieder überraschen lassen durch das „Wunder Klang“ und seine Wirkkraft – insbesondere dann, wenn wir es nicht erwarten. Ganz so, wie es in diesen Fallgeschichten aus meiner Arbeit mit den Peter Hess® Klangmethoden deutlich wird.

Beispiel 1: Klangreise in einem Gesprächskreis

Ich bin zu Gast im Gesprächskreis Haltestelle, einem Angebot der örtlichen Kirchgemeinde; hier werde ich erstmals eine Klangreise zum Thema Frühling – Aufbruch und neues Leben anbieten. Über Gedanken und Gefühle hierzu wollen sich die Teilnehmenden im Anschluss austauschen.
Unter den sechs Zuhörerinnen ist auch Frau N. Die 80-Jährige stellt gleich zu Beginn klar, dass es ihr kaum möglich sein wird, der Klangreise zu folgen: „Entspannung ist für mich ein Fremdwort; die Gedanken kommen einfach nicht zur Ruhe“, erzählt sie. Auch des Nachts findet sie keinen Schlaf. Frau N. leidet darüber hinaus unter Morbus Parkinson, das zeigt der für die Krankheit typische Tremor der Hände, ebenso ist ein Zittern des Kopfes zu sehen. Trotz ihrer Bedenken ist Frau N. bereit, an der Klangreise teilzunehmen. Wie sie diese wohl erleben wird?

Exkurs zu Morbus Parkinson: Dies ist eine neurologisch degenerative Erkrankung mit Hemmung motorischer Funktionen. Typische Symptome sind deutlich verlangsamte Bewegungen, Muskelsteifigkeit und Ruhetremor (Zittern). Zusätzlich können u.a. Schlafstörungen, Gedächtnisprobleme, Stimmungsschwankungen auftreten. Morbus Parkinson ist aktuell nicht heilbar; die Therapie zielt auf die Linderung der Symptome durch Medikamente, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie u.a. ab. Entspannungsverfahren wie PME (Progressive Muskelentspannung), Meditation und Atemübungen, Biofeedback und Mentaltraining zur Stressbewältigung haben sich in Einzelfällen ergänzend zur Behandlung bewährt.

Die Klangreise dauert ca. 20 Minuten und wird mit Peter Hess® Therapieklangschalen begleitet – mit der großen Beckenschale, der Universalschale und der großen Herzschale. Den Zuhörerinnen fällt es laut ihrer späteren Rückmeldungen leicht, Frühlingsbilder in sich aufsteigen zu lassen; sichtlich entspannt lauschen sie Wort und Klang.
Und Frau N.? Sie hat die Augen geschlossen, atmet tief ein und aus. Das Zittern von Kopf und Händen ist vollständig zur Ruhe gekommen – und zwar bereits nach drei Minuten Klang!

Mein Fazit: Alles darf sein – alles kann sein! Erst mit der Rückführung ins Hier und Jetzt – und damit ins Wachbewusstsein – setzen Kopfnicken und Händezittern bei Frau N. wieder ein. Manchmal ist es eben erforderlich, vom Alltagsbewusstsein in einen leichten Trancezustand zu wechseln, um Ruhe ins System zu bringen …

Beispiel 2: Autogenes Training mit Klang in der Einzelberatung

Frau K. (55 Jahre) hat einen Gutschein für eine Klangmassage geschenkt bekommen. Was sich dahinter verbirgt, weiß sie nicht. Sie hat lediglich gehört, dass das sehr entspannend sein soll, steht dem Ganzen aber eher skeptisch gegenüber.
Nach dem Erstgespräch ergibt sich folgendes Bild: Die Klientin steht aufgrund familiärer Herausforderungen ständig „unter Strom“. Sich entspannen, zur Ruhe kommen? „Unmöglich!“ sagt sie. Sie findet keine Ruhe, die Gedanken drehen sich rund um die Uhr im Kreis. Eine bevorstehende OP bereitet ihr zusätzlich Sorgen. Sie leidet an Schlafstörungen und Bluthochdruck. Auf dem linken Ohr quält sie seit über zehn Jahren ein hartnäckiger Tinnitus.
Aufgrund einer chronischen Lungenerkrankung mit Atemnot im Liegen kommt eine klassische Klangmassage nicht in Frage. Auch eine Variante im Sitzen wehrt sie ab; sie möchte die Klangschalen weder auf noch in unmittelbarer Nähe des Körpers haben. Was tun?
Ich schlage Frau K. eine sehr reduzierte Form des Autogenen Trainings im Sitzen vor – mit Klangbegleitung. Die Einheit dauert 20 Minuten und wird nur mit der Universalschale begleitet, die ich aus ca. einem Meter Entfernung sanft und mit langen Pausen anklinge – dazu spreche ich folgende Worte:

Ich bin ganz ruhig, gelöst und entspannt.
Die Gedanken, sie kommen und gehen.
Mein Atem fließt ruhig und regelmäßig.
Mein Körper ist warm und schwer.
Ich bin ganz ruhig, gelöst und entspannt.

Frau K. hält die Augen geschlossen, der Atem geht ruhig und regelmäßig; trotzdem ist ihr die innere
Anspannung anzumerken. Ihr Feedback am Ende der Einheit ist daher eine Überraschung:

„Die Klänge habe ich als angenehm empfunden; ich hatte das Gefühl, dass ich erstmals seit Jahren ein bisschen entspannen konnte.“

Was für ein Geschenk!

Mein Fazit: Auch mit sehr reduziert eingesetzten Klängen lässt sich viel erreichen, wenn das Angebot ganz individuell auf die Klientin bzw. den Klienten und ihre bzw. seine Bedürfnisse zugeschnitten wird.

Beispiel 3: Klangreise in einer Selbsthilfegruppe

In einer Selbsthilfegruppe rund um das Thema Abschied geht es an diesem Nachmittag um Verlustbewältigung und Neubeginn. Zum Einstieg lade ich die Teilnehmenden zu einer Klangreise ein: Abschied und Neubeginn im Kreislauf der Natur. Über Gedanken und Gefühle wollen wir uns im Nachgang austauschen.
Unter den Gruppenmitgliedern ist auch Herr G., 45 Jahre. Er leidet am Tourette-Syndrom, zeigt die für die Erkrankung typischen Zuckungen der Gliedmaßen und des Kopfes, macht Schmatz-Geräusche, summt vor sich hin und räuspert sich immer wieder. Herr G. geht mit der Erkrankung offen um. Allen ist bekannt, dass die Symptome nicht unterdrückt werden können; gleichwohl fällt es dem einen oder anderen schwer, sich aufgrund der Erkrankung von Herrn G. auf Gespräche zu konzentrieren. Ich bin gespannt: Wie die Teilnehmenden – allen voran Herr G. selbst – wohl die Klangreise erleben werden?

Exkurs Tourette-Syndrom: Dies ist eine neurologische Entwicklungsstörung, die meist im Kindesalter beginnt. Kennzeichnend sind unwillkürlichen Bewegungen und Lautäußerungen, sogenannte motorische und vokale Tics. Die Symptome variieren in Ausprägung und Intensität stark. Therapeutische Ansätze zielen darauf ab, die Symptome zu lindern, etwa durch eine medikamentöse Behandlung, z.B. mit Neuroleptika, und Verhaltenstherapie. Die Erfahrung zeigt, dass Tourette-Symptome in Einzelfällen durch die Reduzierung von Stress und innerer Anspannung abgemildert werden können.

Die Klangreise dauert ca. 20 Minuten und wird mit der Großen Beckenschale, der Universalschale und der Großen Herzschale begleitet. Den Zuhörerinnen und Zuhörern fällt es erstaunlich leicht, trotz der eingangs geschilderten „Bedingungen“ Naturbilder in sich aufsteigen zu lassen und die Klänge zu genießen. Denn: Die eingangs beschriebenen Symptome von Herrn G. waren bereits nach einer Minute Klang nicht mehr erkennbar!

Während der weiteren Klangreise konnte ich bei Herrn G. keine Tics mehr beobachten. Er kehrte sichtlich entspannt ins Hier und Jetzt zurück. Die entspannende Wirkung hielt noch einige Minuten an, und die verbleibende Zeit in der Gruppe an diesem Nachmittag verlief deutlich ruhiger.

Mein Fazit: Nicht nur Herr G., sondern alle Gruppenmitglieder konnten unmittelbar von den Klängen profitieren. Es lohnt sich also, die Klänge auch unter scheinbar schwierigen Rahmenbedingungen einzusetzen – und sich von der Wirkung überraschen zu lassen.
Entspannung ermöglichen, Spastiken lösen, emotionale Stabilität fördern – für mich mich zeigt sich: Klang wirkt!

Meine Erfahrungen in Einzel- und Gruppensettings, in denen die Klangschalen nur in reduzierter Form oder unter nicht-optimalen Gegebenheiten zum Einsatz kamen, zeigen: Alles darf sein – alles kann sein! Lassen wir uns also immer wieder aufs Neue vom „Wunder Klang“ überraschen und berühren!

Wenn Praxiserfahrung und Forschung zusammenkommen

Die Erfahrungen unserer Gastautorin stehen beispielhaft für berührende und manchmal überraschende Erlebnisse, von denen viele Peter Hess® Klangmassage Praktiker:innen berichten. Sie geben wertvolle Einblicke, was Menschen erleben können, wenn Klänge zur Entspannung einladen und Raum für Selbstregulation entsteht. Auch die wissenschaftliche Forschung beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Peter Hess® Klangmethoden. Verschiedene Untersuchungen liefern ermutigende Ergebnisse zu Entspannung, Stressverarbeitung und Wohlbefinden und tragen dazu bei, die Wirkungen der Klangmassage besser zu verstehen. Die hier beschriebenen Einzelfälle sind zwar kein wissenschaftlicher Beleg für die Linderung bestimmter Krankheitssymptome, bereichern aber diesen Erfahrungsschatz und geben Impulse für weitere Forschung. So laden uns Praxis und Wissenschaft gleichermaßen ein, die Möglichkeiten von Klang neugierig und aufmerksam zu entdecken. Einen Überblick bietet die Infothek des Internationalen Fachverbandes Klang-Massage-Therapie e. V..

Autorin: Birgit Doeubler

Heilpraktikerin, Trauerbegleiterin, Mentalcoach

ausgebildet in der Peter Hess® Klangmassage I+II

www.doeubler.com 

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