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Jede Gong Art hat ihren ganz eigenen Charakter

Nachdem wir in unserem 1. Gong-Beitrag über die Geschichte des Gongs berichtet haben, möchten wir heute einen Überblick zu den verschiedenen Gong Arten geben.

Hauptunterscheidung: Flachgongs und Buckelgongs

Heinrich Simbriger gibt in seiner 1939 erschienen Abhandlung „Gong und Gongspiele (E.J. Brille Verlag, Leiden 1939) eine Übersicht über die Vielfalt an Formen und Größen der verschiedenen Gongtypen. Im Wesentlichen wird dabei zwischen Flachgongs (mit und ohne Schlagbuckel) und Buckelgongs unterschieden.

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In Europa sind vor allem die dünnwandigen Flachgongs ohne Schlagbuckel bekannt, die auch als TamTam-Gongs bezeichnet werden. In klassischen Orchestern häufig anzutreffen sind die Gongs aus der deutschen Gong-Manufaktur Paiste. Während die chinesischen TamTam-Gongs eher aus dem mystische-rituellen Kontext stammen, wurden die Paiste-Gongs vor allem für Konzerte entwickelt.

Entsprechend ist ihr Klangcharakter auch sehr unterschiedlich. Zu den jüngeren Gongs zählen ferner die ollihess-Gongs. Zu den Flachgongs zählen auch die Fen Gongs mit ihrer flachen, randlosen Form.

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Häufig anzutreffen sind im europäischen Raum zudem die mittelftiefen, dickwandigen Buckelgongs, die es mit z.T. kunstvollen Verzierungen gibt. Die tiefen Buckelgongs sind typische Instrumente der indonesischen Gamelanmusik.

Hervorzuheben ist hier der „Gong Ageng“, den Isabelle Frohne-Hagemann in ihrem Beitrag „Gongspiel in Geschichte und Gegenwart“ (in Petzold Hilarion (Hrsg.): Heilende Klänge, 2007) als den „großen heiligen Gong mit unbestimmter Tonhöhe“ bezeichnet.

Er markiert im Gamelan z.B. die Phrasierungen. András Varsányi hat diesem größten Gong im Gamelan mit seinem tiefen und lang anhaltenden Ton ein umfangreiches Werk mit dem Titel „Gong Ageng. Herstellung, Klang und Gestaltung eines königlichen Instruments des Ostens“ (Hans Schneider Verlag, 2000) gewidmet.

Jede Gongart hat ihren typischen Klang. Während der Klang der TamTam-Gongs in zahlreiche Partialtöne zerfällt, also sehr obertonreich und damit von unbestimmter Tonhöhe ist, zeichnet sich der Klang des Buckelgongs durch seine Stimmung auf eine Tonhöhe aus. Zu erwähnen ist hier noch, dass die Buckelgongs in der Mitte angeklungen werden, wohingegen die Flachgongs verschiedene Anschlagzonen haben.

Im Rahmen der Peter Hess®-Klangmethoden kommen sowohl der chinesische TamTam-Gong als auch der Fen Gong zur Anwendung, weshalb diese im Folgenden noch etwas näher beschrieben werden.

Der TamTam-Gong bzw. Chinesische Tempelgong

Der TamTam-Gong, auch als Chinesischer Tempelgong bekannt, wird aus einer hochwertigen Bronzelegierung gefertigt. Dabei wird – ähnlich wie bei der traditionellen Klangschalenfertigung – aus einem Rohling in einem aufwändigen Schmiedeprozess eine Scheibe getrieben. Für das Klang- und Schwingungsverhalten sind die Qualität der Rohmaterialien, die Metallzusammensetzung und der eigentliche Fertigungsprozess entscheidend.

Der TamTam-Gong hat einen typisch umgebörtelten Rand, welcher der Gongfläche die Spannung gibt, wodurch der typische Klang dieses Instrumentes entsteht. Hier finden sich Parallelen zum Spannen einer Trommel. Anschließend wird die Oberfläche bearbeitet, wodurch der Gong seinen typisch goldenen Ring erhält, mit dem schwarzen Rand und der schwarzen Mitte. Über die abgedrehte Fläche und durch gezielte Hammerschläge in der Mitte der Bronzescheibe erfolgt die Grundstimmung.

Es gibt TamTam-Gongs in unterschiedlichen Größen. Im Rahmen der Peter Hess®-Klangmethoden und bei entsprechenden Klangreisen kommen i.d.R. Instrumente mit einem Durchmesser von 80 bis 110 cm zum Einsatz. Der Klangcharakter des TamTam-Gongs ist voluminös und reicht von sehr tiefen bis zu eher höheren Tönen. Mit verschiedenen Schlägeln lässt sich eine Fülle verschiedener Klänge entlockten, die manchmal an eine tiefes Donnergrollen, an den Sound ganzer Chöre oder auch den Gesang von Delphinen erinnern können. Für die Peter Hess®-Klangpraxis sind Gongs mit einer weiten Klangoffenheit und Klangentwicklung gewünscht, die ein breites Frequenzspektrum und einen großen Obertonreichtum aufweisen. Gleichzeitig wird der – im Vergleich zum Fen Gong – eher zentrierende Klang des TamTam-Gongs gezielt genutzt. Dieses mächtige Instrument ist schnell zum Klingen zu bringen. Um dieses archaische Instrument verantwortungsvoll und gezielt (gerade für andere) zu spielen, bedarf es einer gründlichen Einführung, viel Üben und großer Achtsamkeit. Dies und eine begleitete und reflektierte Selbsterfahrung ist daher wichtiger Teil der Gong-Seminare am Peter Hess® Institut.

Der Fen Gong Fen-Gong-Klangmethoden_weg

Im Rahmen der Peter Hess® Klangmethoden werden nur Fen Gongs aus einer hochwertiger Bronzelegierung verwendet, um eine entsprechende Klang- und Schwingungsqualität zu garantieren. Auch die Herstellungsart spielt hinsichtlich der Qualität eine wichtige Rolle. Ein Gong aus gewalztem Bronzeblech ergibt keine brauchbare Klangqualität. Daher werden nur solche Gongs verwendet, die aus einer dicken Bronzescheibe zunächst durch maschinelles Hämmern ihre Form gewinnen und anschließend per Hand geschmiedet und per Hand gehämmert werden. Denn nur durch den intensiven Schmiedeprozess wird die Metallstruktur durchgewalzt, wodurch die gewünschte Klangqualität erzielt wird. Anschließend wird die Oberfläche abgedreht, bis die typisch golden glänzende Optik entsteht, der dieser Gongart auch eine weitere Bezeichnung als „Sonnengong“ verdankt. Fertigung und Form dieses Instrumentes verleihen ihm eine leichte Klangausbreitung, sodass er bei stärkerem Anspielen kräftig zu vibrieren beginnt. Dadurch kommt die Luft der Umgebung stark in Bewegung und der typisch „flattrige“ Ton breitet sich aus. Diese Gongart gibt es in verschiedensten Größen.

Im Rahmen der Peter Hess®-Klangmethoden kommen vor allem Fen Gongs mit einem Durchmesser von 40-55 cm zum Einsatz, die gut in der Hand gehalten werden können.Peter Hess bezeichnet den Fen Gong gerne als Sonderform einer Klangschale. Der chinesische Fen Gong, der aufgrund seiner Klangcharakteristik auch als „Wind-Gong“ bezeichnet wird, ist eine nahezu flach Scheibe aus polierter Bronze. Die richtige Metallzusammensetzung der Bronzelegierung ist für die gewünschte Klangwirkung entscheidend, wie auch der Herstellungsprozess.

Alle Gongs, die vom Peter Hess® Institut und hess klangkonzepte vertrieben werden, stammen von langjährigen Partnern und durchlaufen mehrere Prüfungen. Nur ausgewählte Instrumente kommen in den Handel, denn sie müssen bestimmte Kriterien erfüllen, die für einen gezielten Einsatz in der Peter Hess®-Klangpraxis unerlässlich sind. Gongs sind aufgrund der hohen Metallpreise und ihre aufwändigen Herstellungsprozesses wertvolle Instrumente.

TIPP: HK-Gong-Angebot

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