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Klangmeditation mit Klangschalen und Gongs

Wie ist die Wirkung einer Klangmeditation mit Klangschalen und was ist das Besondere daran? Gastautorin Dr. phil. Christina Koller gibt uns einen praxisnahen Einblick und Ute Coleman stellt ein Video mit einer 14-minütigen Klangmeditation aus Australien für dich bereit. So kannst du gleich selbst die Wirkung der Klangmeditation erleben.

Entspannen und Energie tanken mit der Kraft der Klänge

Klangmeditation KlangschalenEine Klangmeditation wird nicht von Worten, sondern von Klängen angeleitet. Klangschalen und sanft gespielte Gongs können hier besonders gut eingesetzt werden und schnell in eine angenehme Entspannung führen, in der „Loslassen“ möglich wird. In diesem Raum des Seins können wir neue Energie schöpfen. Gerade in Zeiten ständiger Veränderung kann die nährende Qualität, die häufig in Zusammenhang mit Klangmeditationen beschrieben wird, als besonders hilfreich erlebt werden.

Die Klänge laden ein zum Innehalten, sie führen in die Ruhe und Stille, der Alltag tritt in den Hintergrund. So schenken sie uns Entspannung, Erholung und neue Energie. (Peter Hess)

Die besondere Klangstruktur von Klangschalen und Gongs

Die Klangstruktur von Klangschalen und Gongs ist durch eine Reduktion auf wenige akustische Eigenschaften gekennzeichnet. Hierzu zählt ein Frequenzspektrum mit harmonischen Anteilen und eine langsam abklingende Hüllkurve. Gongs haben natürlich im Vergleich zu Klangschalen ein deutlich größeres Frequenzspektrum. Je nachdem, ob sie sanft oder eher kraftvoll gespielt werden, können sie damit unterschiedliche Bewusstseinsprozesse induzieren. In diesem Beitrag gehen wir allerdings von sanft gespielten, meditativen Gong-Klängen aus, wie sie typischer Weise im Rahmen der Peter Hess®-Klangmethoden verwendet werden. Zu erwähnen ist noch, dass jeder Klang immer einmalig ist und – live gespielt – nicht vorhergesagt werden kann. So ist unser Vertrauen beim Hören dieser Klänge gefragt, wie dies auch von Prof. Dr. Thilo Hinterberger in dem Artikel „Klanginduzierte und klangbegleitete Bewusstseinsprozesse“ (Fachzeitschrift Klang-Massage-Therapie 14/2019, S. 16-23) beschrieben wird.

Wirkung von Klangmeditationen – Entspannung und Präsenz

Eine Klangmeditation kann in unterschiedlichen Körperhaltungen durchgeführt werden. Wie der Name schon verrät, bilden bei der Klangmeditation die Klänge das zentrale Meditationsobjekt. Wie auch bei anderen Meditationsformen kommt dabei der Stille ein tragendes Moment zu. Das langsame Ausklingen einer Klangschale oder eines Gongs führt uns ganz natürlich in sie hinein. Denn jeder Klang entsteht aus und führt in die Stille. Dies regt uns zum Lauschen an. Das Lauschen ist mehr als nur ein Hören mit den Ohren, es ist ein Gewahrsein mit unserem ganzen Körper, unserem ganzen Sein. Dabei führt das Lauschen zu einer zunehmenden Sensibilisierung bis hin zur Präsenz in der Stille nach jedem Klang.

Live gespielte Klänge betonen diese Präsenz im Augenblick, denn sie fordern, wie Hinterberger beschreibt „unsere Hingabe an die Unbestimmtheit jedes Augenblicks“. Zudem erzeugen live gespielte Klänge einen anderen Raumklang als Aufnahmen. Der Bewusstseinsforscher erklärt: „Das Selbstempfinden im akustischen Raum bewirkt gleichermaßen eine Weitung des Bewusstseinsraumes und damit ein befreiendes Erleben. Insgesamt ergib sich damit ein entspannender Prozess, der durch eine erhöhte Sensibilität und Präsenz gekennzeichnet ist.“

Hier ist noch zu ergänzen, dass Gongklänge – je nach Spielweise – aufgrund ihrer höheren Klangkomplexität häufig eine erhöhte Aufmerksamkeit bewirken. Entsprechend kommt ihnen manchmal eher eine achtsamkeitsfördernde als rein entspannende Wirkung zu.

Häufig können bei den Teilnehmer*innen von Klangmeditationen tiefe Entspannungsreaktionen beobachtet werden. Im genannten Beitrag wird dies folgendermaßen ausgeführt: „Da im Klangerleben keine Reiz-Reaktions-Bereitschaft erforderlich ist, erlauben sie ein Loslassen und damit eine Muskelrelaxation. Auch andere mentale Vorgänge der Aufmerksamkeit und Reizverarbeitung können aufgegeben werden, wodurch unser Bewusstsein frei zu einem fühlenden und ungerichteten Erleben gelangt. Die Konzeptfreiheit der Klangstrukturen unterstützt ein wertfreies Gewahrsein und eine Präsenz in jedem Augenblick des Lauschens. Darüber hinaus weckt die ruhige und sanfte Stimulation durch Klänge mit begrenztem Informationsgehalt ein grundlegendes Vertrauen in das Hören. Dadurch, dass Klänge nicht antizipierbar sind, braucht es dieses Vertrauen und eine Hingabe an das Vertrauen kann ein beglückendes Erlebnis sein, denn es bildet eine Korrespondenz zur vertrauensvollen Hingabe an das Leben selbst. Diese Voraussetzung erfüllen Klangschalen vorzüglich. Damit kann eine nährende Qualität für die Alltagbewältigung in Zeiten ständiger Veränderungen und großer Ungewissheit geschaffen werden.“

Klangmeditation für dich

Und damit du gleich selbst die wohltuende Wirkung einer Klangmeditation erfahren kannst, hier eine Klangreise an die Westküste Australiens von Ute Coleman, Leiterin der Peter Hess® Akademie Australien.

Weiterführende Tipps:

Dr. phil. Christina Koller

Dr. Christina Kollerhat an der Universität Bamberg über den „Einsatz von Klängen in pädagogischen Arbeitsfeldern, dargestellt am Beispiel der Klangpädagogik nach Peter Hess“ promoviert, ist langjährige wissenschaftliche Mitarbeiterin am Peter Hess® Institut, Mitherausgeberin verschiedener Bücher im Verlag Peter Hess und Vorstandsmitglied im Internationalen Fachverband Klang-Massage-Therapie e.V.

E-Mail: christina.koller@peter-hess-institut.de

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