Allgemein

Yoga mit Klangschalen mit Übungen

Besonnen und entspannt sich selbst wahrnehmen

Yoga mit Klangschalen ÜbungenGastautorin Janine Gabelmann erzählt uns, wie Yoga mit Klangschalen wirkt, wie wunderbar man diese beiden Bereiche kombinieren kann und gibt viele Übungen für den Alltag zur eigenen Umsetzung.

Die Verbindung von Yoga mit Klangschalen ist besonders kraftvoll und zugleich sanft. Sie schenkt uns innere Ruhe und Stärke. Sie schenkt uns innere Ruhe und Stärke. Und so helfen uns Übungen aus dem Klangyoga, uns selbst besonnen und entspannt wahrzunehmen und damit unsere innere Harmonie, unser inneres Gleichgewicht zu stärken! Die erfahrene Klangyoga-Lehrerin Janine Gabelmann gibt dir in diesem Beitrag eine Fülle an Tipps, mit denen du den Tag beginnen oder dir zwischendurch etwas Gutes tun kannst.

Mit Klangschalen besonnen und entspannt bleiben – Den eigenen Rhythmus wahrnehmen und leben

Besonnen zu leben und den Alltag zu gestalten, das ist gerade in dieser für uns alle heraufordernden Zeit so wichtig und hilfreich. In meinem Umfeld, in meinen Kursen, wie auch bei mir selbst kann ich deutlich wahrnehmen, was die letzte Zeit so mit uns gemacht hat, bzw. immer noch macht. Ich nehme wahr, wie erschöpft viele sind und wie bei vielen die Nerven blank liegen. Auch für mich als Freiberuflerin sind Vertrauen, Nerven bewahren und Durchhaltevermögen große Themen. Oft werde ich gefragt, wie ich das denn für mich so schaffe, in meiner Mitte zu bleiben. Hmm, gute Frage!

Besonnen zu sein bedeutet eine überlegte und selbstbeherrschte Gelassenheit – auch in schwierigen Zeiten und Situationen. Besonnenheit ist manchen in die Wiege gelegt, andere können sie sich durch verschiedene Methoden im Laufe ihres Lebens aneignen. Ich persönlich merke gerade in Krisensituationen, was für tolle Werkzeuge ich durch Yoga, Ayurveda und Klang an der Hand habe und wie vieles nach jahrelanger Praxis in Fleisch und Blut übergegangen ist. Gerne teile ich hier ein paar wohltuende Gewohnheiten und Tools meines Alltags. Manches sind ganz kleine, hilfreiche Dinge, die man so in den Tag miteinfließen lassen kann. Eine große Erkenntnis für mich persönlich habe ich tatsächlich durch das Emily Hess®-Klangyoga gefunden: Nämlich, wie wichtig es ist, meinen eigenen Rhythmus wahrzunehmen und so gut als möglich danach zu leben. Sehr wichtig ist für mich: Wie starte ich in jeden neuen Tag. Und so möchte ich hier von meinen ganz persönlichen Wohlfühl-Start in einen entspannten Tag berichten. Die verschiedenen Übungen können natürlich auch zu anderen Tageszeiten und in Ausschnitten praktiziert werden – schau einfach, was dich anspricht und probiere aus, was DIR GUT TUT.

Praxistipps: Bewusst und Klangvoll in den Tag starten

An Tagen, wo ich fürs Aufwachen einen Wecker brauche, möchte ich gerne mit einem schönen Klang in den Tag starten und nicht mit einem schrill scheppernden Weckruf. Dazu lasse ich mich von einem sanften Harfenklang wecken. Mittlerweile gibt es da ja tolle Sounds. Ja, wenn ich zu Hause bin und aufwache, dann kann ich mich sehr glücklich schätzen, denn ein Ritual meines Mannes ist es, mir eine Tasse Tee ans Bett zu bringen, aus herrlich frischen Kräutern aus unserem Garten. Wenn der Tag so frisch ist, kann ich ganz klar denken und fühlen, wie ich mir den Tag wünsche und den Tag entsprechend planen, indem ich mich frage: Was kann ich heute wie umsetzen?

Bett- und Augenyoga mit Klang schenkt Klarheit

Dann starte ich erst mal mit einem feinen „Bettyoga“. Dabei aktiviere ich ganz bewusst meinen Körper: Mit ausgiebigem Räkeln und Strecken und einem tiefen Gähnen, das meine Lunge aktiviert. Dann genieße ich ganz bewusst ein paar tiefe Atemzüge. Ich lausche, wie der Atem wie eine Welle durch meine Nase ein- und ausströmt und lasse den Atem als Brücke von Geist und Körper tiefer und tiefer werden. Atem ist Leben und ja, ich darf jetzt und heute einen neuen Tag erleben J.

Ich habe fast immer eine Herz- und eine Becken-Klangschale neben meinem Bett stehen. Um den Tag herzlich willkommen zu heißen, stelle ich die Herz-Klangschale auf meinen Körper auf, im Bereich des Herz-Chakra, und schenke mir einen ersten wundervollen Klang. Dabei verbinde ich mich mit meiner „Herzensmelodie“. Mit der Liebe und mit Mitgefühl zu mir selbst, um es dann auch mit meinen Mitmenschen und Tieren zu teilen.

Und um mit klarem Blick in den Tag zu starten, gibt es auch etwas „Augenyoga“. Ich liege ganz entspannt mit Blick zur Decke und male mit meinem Blick große Kreise an die Decke sowie mehrmals die liegende Acht. Das ist gut für unsere Augenmuskulatur und die liegende Acht fließt als schönes Symbol des Verbunden-seins und doch Bei-sich-seins mit in den Tag. Dann reibe ich kraftvoll meine Handflächen, lege sie auf meine Augen und genieße diesen Augenblick.

Mit sanften Schwingungen und Bewegungen die Lebensenergie in Fluss bringen

Anschließend kreise ich meine Hände und Füße und pumpe so schon Blut durch die Venen, um den Blutkreislauf anzuregen. Dann ziehe ich meine Knie zur Brust umarme sie, bzw. umarme „mich“. Dabei schenke ich meinem Rücken und meinen Organen eine schöne Massage, indem ich mich auf meiner Wirbelsäule von links nach rechts schaukle. Ich bringe dann mein Kinn Richtung Brust, schaukle mich wie ein Schaukelpferdchen ein paar Mal vor und zurück und schwinge mich zum Sitzen auf. Das aktiviert dann schon mal die wichtigsten Nadis/Energiebahnen lang der Wirbelsäule, um Prana/die Lebensenergie in Fluss zu bringen.

Ja, das sind nur ein paar Minütchen, die sehr wertvoll sind, um mich für den Tag auszurichten. An manchen Tagen beziehe ich die Becken-Klangschale ins Bettyoga mit ein und praktiziere eine sanfte Krokodilstreckung. Dazu stelle ich die Beckenschale in Hüfthöhe neben mir ab und klinge sie zu meinem Körper hin an. Ich stelle meine Füße etwa ein bis zwei Fußlängen weit von meinem Po entfernt auf (bei Rückenproblemen eher einen größeren Abstand wählen). Sanft lasse ich meine Knie zur Seite sinken. Gerne mit einem Kissen darunter oder zwischen den Knien. Steht die Klangschale rechts, dann sinken die Knie nach links. Die Arme können sich wie Flügel ausbreiten. Um die Dehnung etwas zu verstärken, zeigt meine Nase in die entgegengesetzte Richtung der Knie. Ich genieße da gerne ein paar Klänge und die sanfte Dehnung, bevor ich wieder zur Mitte zurückkomme und Beine ausstrecke. Nun stelle ich die Beckenschale auf meinen Bauch und genieße die feinen Vibrationen, die von der klingenden Schale ausgehen. Dann wiederhole ich das gleiche auf der anderen Seite.

Sanft und spielerisch die Sinne wecken

Wenn ich noch genug Zeit habe, gehe ich bewusst, meditativ barfuß in unser kleines Gärtchen und schaue mir die Pracht der Natur an, wandere mit nackten Füßen über den meist taufeuchten Rasen und fühle. Das ist wie eine kleine Fußmassage und es erdet ganz toll. Das ist eine Sinnesbegehung. Ich rieche.  Wie duftet der neue Tag? Duftet er blumig, holzig… (Solltest du keinen Garten haben, dann kann das natürlich überall sein. Auch durch deine Wohnung kannst du bewusst gehen und die unterschiedliche Struktur von Teppich, Holz, Fliesen unter deinen Füßen wahrnehmen.) Dann setze ich mich in meinen geliebten Korbstuhl und lausche den Vögeln, je nach Wind klingen zarte Windspiele und ich schaue einfach nur vor mich hin und freue mich über die Wunder der Natur. Ich sehe. Dann lege ich in Dankbarkeit eine Blüte, einen Stein zu unserem Buddha. Das ist alles sehr meditativ.

Chanten – in Resonanz mit der eigenen Stimme

Manchmal genieße ich die Stille und manchmal summe oder chante ich. Einfach so, wie es mir so in den Sinn kommt. Das kann ein Mantra sein oder was auch immer. Wisst ihr was mich seit meiner Kindheit für ein Lied begleitet und mir oft in den Sinn kommt: „Schön ist es auf der Welt zu sein, sagt das Bienchen zu dem Stachelschwein…“ Das macht mir irgendwie immer gute Laune J. Ich habe auch ein Mantra „Re Man…“ das ich seit 15 Jahren schon tausende Male gechantet habe und täglich mindesten 11x chante. Das schwingt immer wieder mal mit und hat für mich einen wunderbaren Effekt auf meinen Geist und meine Seele. Dann gibt es manche Mantren, die begleiten mich für Tage, bis wieder ein neuer Impuls oder ein neues Thema kommt. Während des Chantens, Rezitierens klinge ich gerne in passendem Rhythmus eine Klangschale oder einen Gong an. Vielleicht findest du auch ein Mantra, was mit dir in Resonanz geht. Ich kann es dir sehr empfehlen, um deinen Geist zu beruhigen.

Yoga und Klangschalen Übungen – die perfekte Kombination

Yoga Klangschalen Übung liegendJe nachdem was für den Tag so ansteht, starte ich dann mit Pranayama/ Atemübung und ein paar Yogaübungen. Oft beginne ich im Sitzen mit aneinander gelegten Fußsohlen „Butterfly“. Ich stelle mir die Beckenschale auf die Fußsohlen und klinge sie an. Dabei werden die Fußreflexzonen und Energiebahnen sanft stimuliert. Ich lausche dem Klang und meiner Atemwelle. Ich liebe es, mich in „Butterfly Pose“ zurückzulegen und mir eine Herzschale aufzustellen, Becken- und Herzschale anzuklingen und dann meine Flügel auszubreiten. Dann gehe ich über in „Sufikreise. Ich stelle die Klangschale vor meine Füße und komme in den Yogasitz. Ich klinge die Klangschale an, lege die Hände auf die Knie und beginne, die Wirbelsäule in großen Kreisen zu drehen. Dabei steuert die Ein- und Ausatmung das Kreisen. Herzöffnend nach vorne atme ich gerne ein und beim Wölben der Wirbelsäule nach hinten atme ich gerne aus. Sufikreise wirken toll auf unsere Verdauungsorgane sowie die Wirbelsäule und zentrieren zudem unseren Geist. Dabei frage ich mich: Wie stehe ich heute/jetzt im Leben?

Yoga Klangschalen Übung stehendAnschließend stelle ich mir die Beckenschale vor oder auf die Füße und lege den Schlägel daneben und richte mich in „Tadasana, der Berghaltung“, auf. Dabei verbinde ich mich bewusst mit der Erde, kreise dann mit meiner Einatmung die Hände über die Seite nach oben, verbinde die Handflächen über meinem Kopf und verbinde mich mit dem Himmel. Ausatmend durch den Mund kreise ich die Hände wieder nach unten. Einatmend nehme ich Prana, neue Lebensenergie auf und genüsslich ausatmend (gerne durch den Mund) gebe ich Verbrauchtes ab. Das wiederhole ich drei Mal, manchmal auch öfter – ganz verbunden mit meiner Atemwelle. Ich stehe immer noch in „Tadasana“, lege nun die Hände auf meinen unteren Rücken auf und öffne mein Herz zum Himmel hin (sanfte Rückbeuge). Dabei stelle ich mir vor, wie wundervolles Sonnenlicht in mein Herz strahlt und es nährt und lasse gerne einen Segen für meinen Tag mit einfließen. Dann richte ich meinen Oberkörper auf. Dabei bleiben meine Hände an der Körperrückseite und mit meiner nächsten Ausatmung komme ich mit geradem Rücken in die Vorbeuge. Dabei streicheln die Hände die Beine nach unten ins „Utanasana“. Dabei klinge ich die Beckenschale an und lasse nun alles Verbrauchte los. Gerne verschränke ich dabei die Arme und baumle sanft hin und her. So können sich gut körperliche und geistige Spannungen lösen. Auch das wiederhole ich drei Mal. Das wirkt anregend auf Herz und Lunge. Die Muskulatur von Brust- Lendenwirbelsäule, Bein- und Beckenmuskulatur werden angeregt. Zum Abschluss bringe ich gerne noch meine Hände hinter meinem Rücken in „Kali Mudra“ und bringe bei der Verneigung die Zeigefinger Richtung Himmel.

Badezimmer-Ritual

Jetzt geht es ins Badezimmer. Wasser ist ein sinnliches Element und belebt all unsere Sinne. Zu meinem Ritual im Bad gehört eine kleine Massage mit ayurvedischem Seidenhandschuh oder einer Bürste. Dann gibt es eine schöne Dusche. An manchen Tagen praktiziere ich „Ishnan“ für die Lebensgeister (Yogische Wassertherapie mit kaltem Wasser). Da massiere ich vorher mit Mandelöl. Ein Teil vom Mandelöl wird dabei abgeduscht und ein Teil bleibt auf dem Körper. An anderen Tagen genieße ich eine warme Dusche und öle oder creme mich danach ein. Wichtig sind für mein Wohlbefinden feine Düfte. Im Sommer mag ich persönlich gerne die Frische von Verveine.

Mini-Entspannung im Alltag

Die Klang-Yoga Übungen können natürlich auch einzeln und zu jeder anderen Zeit praktiziert werden. Bewusst gehen oder stehen kannst du sogar am Bahnhof, in der Supermarktschlange… Ein Liedchen summen und pfeifen kannst du beim Gehen, auf dem Rad, im Auto, wo auch immer. Es wird dich zentrieren und in deine Mitte bringen. Um Anspannungen zu lösen, ist es hilfreich, den Fokus für einige Atemzüge auf eine lange Ausatmung zu legen und zur Einatmung dem natürlichen Impuls zu folgen. Easy und überall machbar.

Vielleicht passt ja etwas von diesen Anregungen für dich. Ich wünsche dir einen wunderschönen Sommer. Genieße das Licht der Sonne am Tag, das Licht des Mondes (der Mond*in) und der Sterne bei Nacht. Danke der Erde, die dich trägt, und dem Wasser für den Fluss des Lebens. Genieße dein Leben.

Von Herzen alles Liebe von Janine

Weiterführende Tipps:

About Janine Gabelmann

Autorisierte Emily Hess®-Klangyoga Lehrerin und Seminarleiterin (weltweit), ausgebildet in der Peter Hess®-Klangmassage, Entspannungstrainerin Klang- und Fantasiereisen, Kundalini-Yogalehrerin nach Yogi Bhajan (3HO/KRI), weitergebildet im Yin Yoga, Ayurveda Kosmetik- und Wellness-Therapeutin, freiberufliche Hair & Make up Artistin.

„Mein Anliegen ist es, die Einzigartigkeit und das Potenzial eines jeden Menschen wahrzunehmen, zu achten und zu fördern.“

E-Mail: janine-gabelmann@t-online.de ,Web: www.surrounded-by-bliss.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.