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Mit Klangmassage Schmerzen lindern

Fibromyalgie-Patienten profitieren von der Klangmassage

Klangmassage SchmerzenDie Klangmassage kann helfen, Schmerzen zu lindern. Sie führt i.d.R. sehr schnell in eine wohltuende, tiefe Entspannung. Diese begünstigt ein angenehmes Körperempfinden, bei dem auch Schmerzen in den Hintergrund treten und damit gelindert werden können. Zudem stellen sich oft während der Klangsitzung angenehme Gefühle wie Vertrauen, Sicherheit, Gelassenheit und Zuversicht ein. Gefühle, die an sich schon eine heilsame Wirkung haben und ein wichtiger Baustein ganzheitlicher Ansätze sind. Und so kann die Klangmassage als komplementäre Methode gerade auch in der Behandlung von Schmerzpatienten eine ideale Ergänzung sein. Und genau dazu möchten wir euch heute einen Forschungsbericht aus der Fachzeitschrift Klang-Massage-Therapie 11/2016 vorstellen.

Klangmassage bei Fibromyalgie im Rahmen einer multimodalen Schmerztherapie

MG Braun (HELIOS Seehospital Sahlenburg, Abt. Innere Medizin/Rheumatologie),  A Braun (Praxis für Ayurveda und Klang, Cuxhaven)

Einleitung:

Das Fibromyalgie-Syndrom ist eine komplexe chronische Schmerzerkrankung, die mit hohem Leidensdruck einerseits und begrenzten therapeutischen Ansätzen andererseits einhergeht. Die multimodale Schmerztherapie (MMST) hat sich in einer Metaanalyse als überlegen gegenüber konventionellen Therapieansätzen erwiesen (Ref. 1). Die multimodale Schmerztherapie beinhaltet umfangreiche, die Patienten aktivierende Verfahren, insbesondere Krankengymnastik in verschiedenen Übungsansätzen. Die Entspannungsverfahren, z.B. Muskelrelaxationsverfahren, sind fester Bestandteil, jedoch insgesamt in geringerem Umfang. Ziel dieser Studie war zu überprüfen, ob durch Intensivierung der Entspannungsverfahren mit der Peter Hess-Klangmassage die Behandlungsergebnisse sich verbessern lassen in Bezug auf Schlafqualität, Entspannung, Schmerz.

Patienten und Methoden:

100 Patienten (Pat.) mit gesicherter Fibromyalgie, die die ACR Kriterien (Ref. 2) erfüllten und zur multimodalen Schmerztherapie stationär eingewiesen wurden, wurden prospektiv in zwei Gruppen randomisiert. Die Gruppen unterschieden sich nicht bezüglich des Alters und des Beschwerdeausmaßes (FIQ, VAS bei Aufnahme). Bei einer Gruppe wurde eine MMST mit Klangschalenentspannung in der Gruppe nach Peter Hess durchgeführt, bei der zweiten Gruppe wurde die identische MMST ohne Klangschalenentspannung durchgeführt. Das Beschwerdeausmaß der Fibromyalgie wurde mittels Fibromyalgia Impact Questionnaire (FIQ) ermittelt, täglich wurde das Schmerzausmaß mittels visueller Analogskala (VAS) und die Veränderung vom Anfang zum Ende des Aufenthaltes erfasst. Am Ende der MMST wurden mittels Fragebogen die Besserung der globalen Schmerzen (0-100%), die Besserung des Einschlafens und Durchschlafens, die Besserung der Fähigkeit zu Entspannen (0-10) und die Besserung der Beweglichkeit (0-10) erfasst. Die Pat. waren nicht darüber informiert, dass die Untersuchung zur Überprüfung der Klangentspannung im Kontext einer MMST durchgeführt wurde.

Ergebnisse:

Die beiden Gruppen waren vergleichbar bzgl. des Alters (Gruppe 1 mit Klangmassage Durchschnittsalter 55,4 Jahre; Gruppe 2 ohne Klangmassage 54,8 Jahre), der FIQ war in beiden Gruppen vergleichbar (Gruppe 1: 89,1; Gruppe 2: 94,4). Die Verweildauer der stationären Behandlung zur MMST war ebenfalls vergleichbar (Gruppe 1: 9,8 Tage; Gruppe 2: 9,4 Tage). Die Schmerzintensität mittels der VAS-Einschätzung besserte sich in Gruppe 1 deutlich um 3,9, in Gruppe 2 lediglich um 2,5. 28/50 Pat. der Gruppe 1 berichteten über verbessertes Einschlafen, während das in Gruppe 2 nur bei 23/50 der Fall war. Bzgl. der Verbesserung des Durchschlafens zeigte sich keine Differenz zwischen den Gruppen 1 und 2. Die Gruppe 1 beurteilte die Verbesserung der Entspannung mit 6,2, die Gruppe 2 mit 5,8. Kein Unterschied ergab sich zwischen den Gruppen in Bezug auf die Verbesserung der Beweglichkeit.

Zusammenfassung:

Die MMST-Gruppe mit Klangmassage zeigte ein deutlich besseres Ansprechen der Therapie in Bezug auf Schmerzreduktion (VAS-Skala), Einschlafen und erlernte Fähigkeit zu entspannen. Keine Unterschiede konnten in Bezug auf Besserung des Durchschlafens und der Beweglichkeit ermittelt werden.

Ref. 1 Häuser W, Bernardy K, Arnold B, Offenbächer M, Schiltenwolf M. Efficacy of multicomponent treatment in fibromyalgia syndrome: a meta-analysis of randomized controlled clinical trials. Arthritis Rheum. 2009;61(2):216.

Ref. 2. Wolfe F, Smythe HA, Yunus MB et al. The American College of Rheumatology 1990 Criteria for the Classification of Fibromyalgia. Arthritis Rheum 1990; 33(2): 160.

Praxiseinblick zur Klangmassage im Rahmen einer multimodalen Schmerztherapie

In diesem Video berichten Ärzte und andere Mitarbeiter des Klinikums Westfalen über die vielen positiven Erfahrungen mit den Peter Hess®-Klangmethoden, die sie im medizinischen und therapeutischen Kontext sammeln konnten, u.a. auch in der multimodalen Schmerztherapie.

Ein weiterer Erfahrungsbericht

Was solch eine Linderung der Schmerzen im Einzelfall bedeutet, veranschaulicht der berührende Erfahrungsbericht von Margit Willems Whitaker. Sie beschreibt ihren langen Leidensweg von den ersten Symptomen bis zur Diagnose und Behandlung, der für dieses Krankheitsbild oft typisch ist. Die Begegnung mit der Klangmassage war für sie ein Wendepunkt auf diesem Weg, der ihr Leben nachhaltig beeinflusst hat. Der gesamte Erfahrungsbericht ist in der Fachzeitschrift Klang-Massage-Therapie 10/2015 (S. 16-20) erschienen.

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