Ein Leben ohne Klänge kann ich mir nicht mehr vorstellen

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von Gastautorin Angelika Meisner

Alles begann mit einem runden Geburtstag. Ein paar Freundinnen hatten zusammengelegt und schenkten mir eine Klangschale mit einem Gutschein über eine Klangmassage bei Elisabeth Dierlich. So machte ich meine erste Erfahrung mit der Peter Hess®-Klangmassage. Es wurde der Beginn meines „neuen“ Lebens. Dieses Klangerleben mit den Klangschalen auf meinem Körper hat mich so tief beeindruckt und berührt, dass ich im gleichen Jahr bei Elisabeth Dierlich die Peter Hess®-Klangmassageausbildung begann. Im Folgejahr 1998 habe ich dann die Grundausbildung zur Peter Hess®-Klangmassagepraktikerin bei Peter Hess und Elisabeth Dierlich abgeschlossen. Es folgten verschiedene Weiterbildungen bei Elisabeth Dierlich mit dem Abschluss in der Klangtherapie.

Bis 2006 begleitete ich Elisabeth an vielen Wochenenden bei den Gong- und Klang- und Körpertherapieseminaren als Assistenz.

Seit 2003 bin ich beim Peter Hess®-Institut als Seminarleiterin tätig. Im gleichen Jahr beendete ich meine  Arbeit in der Krankenpflege und wandte mich mehr und mehr der Klangausbildung zu.  Zuerst habe ich die Seminare Klangmassage I+II in Hamburg und Hannover von Elisabeth Dierlich übernommen, die zu dem Zeitpunkt in der Schweiz die Peter Hess®-Akademie aufgebaut hat. In den Jahren ab 2004 führte ich dann zusätzlich in Kiel und in Oldenburg die „Peter Hess®-Klangmassage I“ Seminare ein. Seit 2008 gebe ich die gesamte Grundausbildung.

Auf der Grundlage meiner Erfahrungen mit den Klangschalen im Hospizbereich entwickelte ich das Konzept für das Weiterbildungsseminar „Klang in der Sterbebegleitung“. Das Seminar steht seit 2006 im Weiterbildungsprogramm des Peter Hess® Instituts, Termine finden Sie hier…

Ich spreche in diesem Seminar Menschen an, die sich für die Einsatzmöglichkeiten der Klangmassage in der Begleitung von Menschen in der letzten Lebensphase interessieren und den Klang in diese Beziehung integrieren möchten.

Ein Bericht aus meiner Klangbegleitung im Hospiz:

Frau D. hat Lungenkrebs. Sie war immer eine kraftvolle Frau, man sieht es ihren Händen noch an, dass sie viel mit ihnen gearbeitet hat. Sieben Jahre hat sie mit der Erkrankung gelebt. Sie hält sehr am Leben fest und hat Angst vor dem Tod. Sie liegt immer sehr angespannt in ihrem Bett. Der Oberkörper ist hoch gelagert und sie bekommt zusätzlich Sauerstoff über eine Maske. Während der Gabe des Klangs ist eine leichtere Atmung zu beobachten. Aufgrund von Wassereinlagerungen hat sie Sensibilitätsstörungen im rechten Bein. Sie äußert den Wunsch, dass ich eine Schale auf ihren rechten Oberschenkel stellen soll. Ich platziere eine Universalschale auf der Mitte des rechten Oberschenkels, eine weitere Universalschale neben dem rechten Fuß und töne sie nacheinander mehrmals an. Sie ist erstaunt und beglückt, dass sie ihr rechtes Bein „ganz normal“ fühlen kann.

Von Besuch zu Besuch wird Frau D. weicher und kann immer besser entspannen.

Nachdem ich sie einige Zeit mit Klang verwöhnt habe, rollen am Ende unserer letzten Begegnung Tränen über ihre Wangen. Ich frage nach, ob ich aufhören soll. „Nein, bitte nicht aufhören, es ist so schön, es ist so schön, so möchte ich sterben.“

Einige Stimmen von Teilnehmenden des Seminars „Klang in der Sterbebegleitung“: 

„Ich danke dir sehr für das tiefgehende und klangvolle Wochenende!!! Ich habe mich sehr gefreut, dass es so kurzfristig geklappt hat und du es trotz deines Unfalls für uns alle ermöglicht hast, an deinem liebevollen Wissen und Erfahrungen teilhaben zu können.“

„Vielen Dank für dieses Wochenende, das wir zusammen verbracht haben. Ich habe echt viel gelernt und versuche so viel wie möglich, die Elemente, die du uns gezeigt hast, zu verwenden.“

Zum Thema Leben und Sterben gibt es sogar eine eigene Messe: die Messe „Leben und Tod“, die jährlich mit wachsendem Erfolg in Bremen stattfindet. Seit sieben Jahren ist das Peter Hess®– Institut auf der Messe „Leben und Tod“  mit einem Stand dabei, den Jens Sinram und ich betreuen. Aus ganz Deutschland kommen an dem Thema interessierte Besucher nach Bremen. Die Messe erweist sich immer wieder als gute Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen. Die Klangmassagen am Stand und die Workshops werden jedes Jahr gut angenommen. Eine Reihe von Messebesuchern hat sich für das Seminar „Klangmassage I“ angemeldet. Einige davon habe ich in meinen Sterbebegleitungskursen wieder getroffen. Der nächste Messetermin ist der 10./11. Mai 2019.

 

 

 

 

 

 

 

Zu einem weiteren Thema für mich wurde die Klangarbeit mit Menschen mit Demenz. Im Jahr 2014 habe ich bei Mathilde Tepper im Rahmen eines Seminaraustausches unter Klangkolleginnen das Seminar „Der Einsatz der Klangschalen bei Menschen mit Demenz I“ besucht. Nach dem Seminar kam die Idee auf, dass ich dieses Weiterbildungsmodul im Norden geben könnte. Es folgten noch diverse Hospitationen und seit 2016 gebe ich dieses Seminar in Norddeutschland. Bei Interesse an diesem Seminar lesen Sie hier weiter…

Durch meine lange Zeit der Klangbegleitung kann ich auf einen großen Erfahrungsschatz im Geben der Klangmassage in den unterschiedlichsten Anwendungen zurückgreifen: in der eigenen Praxis in Worpswede mit Menschen jeden Alters und jeder Befindlichkeit, im Hospiz in der Begleitung Sterbender, in der Pflege bei der Klangarbeit mit Senioren oder mit Wachkomapatienten.

 

 

 

 

 

 

 

Insbesondere die Begleitung von Menschen im Wachkoma hat mich tief berührt und berührt mich immer wieder. Mit einer betroffenen Frau, die ich seit 2009 mit den Klängen begleite, erfahre ich immer wieder aufs Neue, wie der Klang unterschiedliche Reaktionen hervorrufen kann. Von sichtbaren Veränderungen in der Mimik bis zu wohligen Lauten. An manchen Tagen habe ich das Gefühl, dass sie während unserer Klangzeit auf ihre Art und Weise alles versteht.

Seit vielen Jahren fließt dieses vielfältige Praxiswissen auch in die Leitung und Gestaltung der mehr als 200 Seminare im Peter Hess® Institut ein, in denen ich bisher diese achtsame Arbeit den Menschen näher bringen durfte.

Dabei war und bleibt es immer mein Anliegen, diese wertvolle Methode, die mir selbst so sehr am Herzen liegt, in einer wertschätzenden Atmosphäre aus dem Herzen heraus den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht nur als erfolgversprechende Massagetechnik, sondern auch als einen möglichen Weg zu Glück, Harmonie und Gesundheit zu vermitteln.

Ein weiteres Betätigungsfeld im Peter Hess® Institut ist mein Tätigkeit als Regionalleiterin Nord, insbesondere für den Großraum Bremen. Hier organisiere ich seit 2012 zweimal im Jahr ein Austauschtreffen für Ausgebildete in der PeterHess®-Klangmassage. Im April 2017 haben wir aus dem Treffen heraus einen Klangtag im Rahmen des deutschlandweiten „Klingender September“ in Bremen umgesetzt.

Mit der gleichen Besetzung von 8 Klangfrauen wird der Klangtag in diesem Jahr am 1. September in Bremen wieder in der Villa Ichon stattfinden.

Die Regiotreffen finden in der Regel in meinem Klangraum in Worpswede statt. Die aktuellen Termine finden Sie hier…

Carola Müller, eine Klangkollegin aus der Region, schreibt folgendes über unser letztes Treffen:

Am Samstag, dem 28. April, lud die Ausbilderin und Leiterin der „Regionalgruppe Bremen“, Angelika Meisner, zum diesjährigen Regional-Treffen nach Worpswede ein.

Pünktlich um 15 Uhr begann das Beisammensein in ihrer Klang-Praxis mit einer kleinen Begrüßung und anschließendem Einklang.

Nach einer Vorstellungsrunde, in der die zwölf anwesenden Klangkolleginnen kurz über ihre Erfahrungen mit Klang berichteten, begaben sich alle Teilnehmerinnen auf die Terrasse neben der Praxis. Während eines gemütlichen Kaffeetrinkens wurden neue Ideen vorgestellt und u.a. beschlossen, eine WhatsApp-Gruppe zu gründen.

In der angenehmen Kolleginnen-Runde an frischer Luft und bei strahlendem Sonnenschein fand ein reger Erfahrungsaustausch statt.

Angelika Meisner berichtete zwischendurch über den Klangtag in Bremen, der im Rahmen des „Klingenden Septembers 2017“ stattfand und auch in diesem Jahr im selben Rahmen stattfinden wird.

Außerdem erzählte sie über die Aktivitäten wie z.B. die Fachverbandstagung vom 2.-4.11.2018 und die Vorteile einer Mitgliedschaft im Europäischen Fachverband  Klang-Massage-Therapie e.V..

Zum Abschluss begaben sich alle Teilnehmerinnen wieder in den schönen Klangraum von Angelika Meisner und konnten noch einen Ausklang mit Klangschalen, Gong und Monochord genießen.

Ein rundum schöner, klangvoller und gelungener Nachmittag mit netten Klang-Begeisterten, und den neuen Termin am 10. November 2018 können sich alle jetzt schon in ihre Kalender eintragen und darauf freuen.

Neben den Regiotreffen führe ich zweimal im Jahr einen Refreshkurs durch, der zur Qualitätssicherung gedacht ist und in dem die im Seminar gelernten Inhalte aufgefrischt werden.

Rolf Krude, ein Teilnehmer, berichtet vom Refresh-Tag in Worpswede:
Es drängt mich geradezu, meine Eindrücke hier zum Ausdruck zu bringen:
 Ich finde es bemerkenswert, zu welcher Höchstform Du am 29.4. in Worpswede aufgelaufen bist und damit der Gruppe einen sicheren Lernrahmen angeboten hast.
ich möchte dir gerne folgende öffentliche Rückmeldung dazu geben
 (Passend zum super Wetter … super Ambiente):
* Schöner, heller Raum (sehr geschmackvoll geschmückt).
* Ehrliches, respektvolles Ansprechen der verbesserungsfähigen Klangpraktiken bzw. Varianten mit Relevanz für das Geben der Ausbildungsklangmassagen.
*Ansprechen, bzw. dezentes Korrigieren, von unlogisch erscheinenden Handhabungen der Klangschalen, bei maximalem, persönlichem Freiraum (wenn z.B. die jeweiligen Handlungsweisen nachvollziehbar dargelegt werden konnten).
* Unaufdringliche Hilfestellung, falls nötig bzw. diese angefordert wurde.
* Rücksichtnahme auf individuelle Handicaps, usw. Bereits anhand dieser kleinen Auswahl zeigt sich die Professionalität Deiner Arbeit.
All dies sind kleine Bausteine zum Erfolg; Eigenschaften, die der Gruppe helfen, sich zu finden.
Was ich aber unbedingt noch erwähnen muss, ist das Abschluss-Gespräch und der Ausklang
mit dem mich sehr ansprechenden Gedicht ’Innen ist Außen’, bei sanft angeschlägelten Schalen.
 Durch diese ’Sahnehaube’ wurde dem ohnehin gelungenen Tag nochmals eine weitere Sternstunde hinzugefügt. – Vielen Dank für diese schöne Zeit.

 

 

 

 

 

 

Innen ist außen

Innen ist außen,
außen ist innen.
Und innen und außen erst
sind ein Ganzes.
Und sag nicht:
Der Weg nach innen
ist der einzig wahre Weg.
Wann immer,
wo immer,
wie immer
Du auf dem Weg bist,
ob mit Deinen Füßen,
Schritt für Schritt,
ob mit Deinen Gedanken,
Erkennen um Erkennen,
ob mit Deinen Gefühlen –
Freude um Freude,
Traurigkeit um Traurigkeit –
alles ist eins,
alles bist Du.
Nichts wäre jetzt,
wenn du nicht wärst.

von Werner Sprenger, erschienen in: „Morgen? Besser: gleich heute leben“, Nie-Nie-Sagen-Verlag 1993

Des Weiteren finden in meinem Klangraum Gesundheitsförderungskurse, regelmäßige Klangabende und natürlich viele Klangmassagen zur Entspannung statt.

Ein besonderes Klangevent ist die Rilke-Rezitation von Bettina Borgmann – Laue, die ich mit Klang begleite. Ein- bis zweimal im Jahr laden wir hierzu ein. In diesem Jahr werden wir im Rahmen des Worpsweder Adventskalenders wieder mit Rilke und Klang die Menschen erfreuen.

2 thoughts on “Ein Leben ohne Klänge kann ich mir nicht mehr vorstellen

  1. Leider findet das Seminar zur Sterbebegleitung nur im Norden Deutschlands und ich glaube auch nur einige Male im Jahr statt. Wohne in der Naehe Frankfurt . Wuerde mich freuen wen es vielleicht auch mal hier oder in drr Roehn Akademie stattfinden wuerde.

    1. Liebe Frau Hardel-Fehrensen, vielen Dank für Ihr Interesse an unseren Seminaren und Ihre Anregung, das Seminar „Klang in der Sterbebegleitung“ auch in der Mitte Deutschlands stattfinden zu lassen. Bisher findet es zweimal jährlich meistens in Norddeutschland bei Bremen statt, da dort die Seminarleiterin lebt. Ich gebe Ihre Anregung aber gerne weiter, da die Planung für 2019 bereits abgeschlossen ist, wird dies allerdings frühestens in 2020 machbar sein. Falls Ihnen das zu lange dauert, lohnt sich ein Besuch hier im schönen Norden aber auch auf jeden Fall :-).
      Falls Sie weitere Fragen haben, melden Sie sich gerne bei uns im Peter Hess Institut.
      Mit klingenden Grüßen,

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