AllgemeinBerufliche AnwendungsbereicheErfahrungsberichte

Klangschalen nach einem Schlaganfall nutzen – Tipps für Betroffene und Angehörige

von Gastautorin Angelika Rieckmann

Peter Assies beschreibt in seinem Buch „Auf einen Schlag ist alles anders“ als Schlaganfall-Betroffener sein neues Leben, in dem es keinen normalen Tag wie vor dem Schlaganfall geben wird. Auch mit einem Klangschalen-Anschlag kann alles anders sein. Klänge können nach einem Schlaganfall in vielfältiger Weise unterstützen. Davon möchte dieser Artikel berichten, Mut machen, einladen. Angehörige und Betroffene erfahren, wie sie Klangschalen konkret einsetzen können. Die dabei zu beachtenden Aspekte gelten natürlich auch für Klangangebote durch Therapeuten.

Schlaganfall, Bluthochdruck und Stress

Ein Schlaganfall (= Hirninfarkt, Apoplex) entsteht durch einen Funktionsausfall in einer Gehirnhälfte durch eine Minderversorgung der Durchblutung, entweder durch einen Gefäßverschluss (Ischämischer Insult) oder eine Blutung (Hämorrhagischer Insult).

„Die wohl größte Studie weltweit zu den Risikofaktoren des Schlaganfalls ist abgeschlossen. Es zeigte sich erneut, dass der Bluthochdruck bei Weitem der wichtigste Risikofaktor für Schlaganfall ist. Laut INTERSTROKE Studie erklärt er allein knapp 48% des Schlaganfall-Risikos. Die Studie umfasst die Daten von 13.500 Schlaganfall-Patienten und ebenso vielen Kontrollprobanden aus 32 Ländern im Zeitraum von 2007 bis 2015.“ (Zitat: Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, www.schlaganfall-hilfe.de)

Neben den bekannten Risikofaktoren wie z.B. Rauchen, Übergewicht, zu wenig Bewegung oder ungesunde Ernährung sind es vor allem auch psychosoziale Faktoren wie Stress, die einen zu hohen Blutdruck nach sich ziehen und damit das Schlaganfallrisiko deutlich erhöhen.
Psychosomatisch gesehen bedeutet ein zu hoher Blutdruck, dass der Betroffene einen zu hohen inneren Druck hat. Zu viel wird heruntergeschluckt, nicht ausgedrückt, nicht ausgeglichen, die Anspannung steigt bis zum unerträglichen Überdruck. Fehlen die Auszeiten bzw. die individuell passenden Ausgleichsmöglichkeiten, steigt das Druck/ Stressbarometer. Bis zu einem gewissen Grad findet noch Kompensation statt. Ist der Körper über sein Maß erschöpft, kommt es zu einem „Point of no return“. Die Eskalation steigert sich in einer Entladung, z.B. einem „Anfall“, der typischerweise Kopf oder Herz betrifft, um diesem Treiben ein gravierendes Ende zu setzen: Schlaganfall im Gehirn oder Herzinfarkt.

Je nach Schweregrad ist der Mensch mit diesen Diagnosen aus seinem Alltag vollkommen herausgerissen, bedarf medizinischer Versorgung und Betreuung. Die schulmedizinische Behandlung kann sinnvoll und effektiv durch adjuvante (begleitende) komplementäre Methoden, wie die Peter Hess®-Klangmethoden, unterstützt werden. Wie bei allen Stress-Symptomen und Erkrankungen tragen Entspannungsmethoden in hohem Maße zur Prävention bzw. Sekundärprävention (bei schon bestehender Krankheit zur Vorbeugung eines Rückfalls) bei. Sie fördern also nicht nur den Genesungsprozess, sondern begünstigen den Erhalt bzw. die Entstehung von Gesundheit.

Die Situation für den Betroffenen und die Angehörigen

Der Schlaganfall führt beim Betroffenen zum Verlust von Sicherheit, meist zu Kontrollverlust über Bewegungen eines Beines, Armes und/oder der Gesichtsmimik. Dabei äußert sich die Hemiplegie (Halbseitenlähmung) auf der gegenüberliegenden Seite der betroffenen Gehirnhälfte. Ist der Schlaganfall auf der linken Gehirnhälfte und somit die rechte Körperseite von Beeinträchtigungen der Koordination und/oder der Sensibilität betroffen, kann die Läsion auch das Sprachzentrum betreffen, was zu Sprechstörungen oder sogar zu Sprachverständnisstörungen führen kann.

Es können auch kognitive und psychische Veränderungen krankheitsbedingt auftreten. Hierzu zählen z.B. Konzentrations störungen, Einbußen der Ausdauer, Orientierung oder Handlungsplanung sowie Antriebslosigkeit, Labilität und depressive Stimmungslagen, die das Wesen eines Menschen als sehr verändert erscheinen lassen. Letzteres ist für Angehörige oft besonders schwierig.

Wofür sind Klänge bei Menschen nach einem Schlaganfall sinnvoll?

Klanganwendungen in Form von Klangmassage, Klangmeditation, Klangkörperreisen, Klangpausen dienen als eine tief greifende Entspannungsmethode zur Entlastung, Erholung und Regeneration. Der harmonische Klang und die rhythmischen Schwingungen von Qualitätsklangschalen laden ein, zu entspannen, zur Ruhe zu kommen, sich zu beruhigen und gelassener zu werden, einen Ausgleich zu schaffen zum belastenden Alltag, zu Druck und Stress, damit sich Körper, Seele und Geist erholen können.
Dieser Ausgleich schafft ein besseres Gleichgewicht, in dem der ganze Mensch wieder mehr in Harmonie, in Balance, in Ausgeglichenheit kommen kann. Ein anderes Wort dafür ist Einklang: mit sich und der Welt in Einklang kommen. Diese stressreduzierende Wirkung regelmäßiger Klangmassagen konnte bereits mehrfach belegt werden (vgl. Fachzeitschrift 9/2014), so z.B. auch in einer Pilotstudie von Dr. Jens Gramann zur erfolgreichen Bluthochdrucktherapie mit der Peter Hess®Klangmassage (vgl. Fachzeitschrift 10/2015, S. 29-33).

Klang als wohltuendes Schwingungsangebot

Welche Bedeutung Klang im Leben eines Menschen bekommen kann, lässt sich von der ursprünglichen Bedeutung und Übersetzung folgender Worte ableiten:
Resonanz, lateinisch von resonare; sonare = klingen, tönen; sonor = voll- und wohltönend, klangvoll, stimmhaft; re = zurück · Resonanz = etwas das mitschwingt und auf die angebotene Schwingung antwortet; lt. Duden: (Physik, Musik) das Mitschwingen, -tönen eines Körpers in der Schwingung eines anderen Körpers; Synonyme: Echo, Mitschwingen, Mittönen, Nachhall, Nachklang, Widerhall
per = mit, mittels, durch
Person / Persönlichkeit, kommt von demselben Wortstamm und deutet also auf die Eigenschaft eines „mit-/durchschwingenden Wesens“ hin.

Herbert Seitz und Christina Koller beschreiben im Buch „Klangmethoden in der therapeutischen Praxis“ (2009, S. 47-49) folgenden Zusammenhang: Menschen sind Schwingungswesen. Schwingende Systeme treten über das Phänomen der Resonanz miteinander in Beziehung. Gesundheit und Krankheit sind Schwingungs- und Resonanzphänomene. Das heißt letztlich, wie es Goethe sagte: „Resonanz ist das, was die Welt im Innersten zusammen hält.“

So dürfen wir annehmen, dass Klang als ein besonderes Schwingungsphänomen uns emotional berührt. Klänge können in uns – in Körper, Seele und Geist – eine Resonanz, einen Widerhall als Antwort entstehen lassen. Im Sinne von „Nada Brahma – Die Welt ist Klang“ erinnert Klang als harmonischer Schwingungsimpuls das krank gewordene, aus seiner Ordnung gekommene Körper-Geist-Seele-System an die ursprünglich gedachte, gemeinte, gesunde, heile Schwingung bzw. Ordnung. Diese Erinnerung oder im physikalischen Sinne Anregung kann vielfältige Resonanzprozesse anstoßen (vgl. Koller, FZ 9/2014, S. 614). Man könnte auch sagen, dass die Klänge die Aktivierung der Selbstheilungskräfte unterstützen.

Das Gesunde stärken

Der amerikanische Stressforscher und Medizinsoziologe Aaron Antonovsky (1923-1994) prägte den Begriff der Salutogenese [salus (lat.) = Gesundheit, Gedeihen, Wohlsein, Heil, Unverletztheit, Heil, Glück / genese (gr.) = Entstehung], ein Ansatz, auf dem auch die Peter Hess®-Klangmethoden beruhen.
Mit dem Modell begann ab den 1970er Jahren ein Umdenkungsprozess, denn der Fokus liegt im Gegensatz zur Pathogenese hier auf der Frage: Was hält Menschen eigentlich gesund? In dem Modell von Antonovsky spielt das „Kohärenzgefühl“ (SOC = sense of coherence) eine entscheidende Rolle. Der Begriff leitet sich vom lt. cohaerere ab und bedeutet zusammenhängen, zusammenhalten, Halt geben. Das Kohärenzgefühl meint eine Grundstimmung oder Grundsicherheit, innerlich zusammengehalten zu werden, nicht zu zerbrechen und gleichzeitig auch in äußeren Anbindungen Unterstützung und Halt zu finden. Es bestimmt wesentlich mit, ob wir bei Belastung körperlich und seelisch gesund bleiben bzw. im Erkrankungsfall möglichst schnell wieder gesund werden oder nicht.

Das Urvertrauen nähren

Die Klänge der Klangschalen scheinen dieses Kohärenzgefühl anzusprechen und zu stärken, wobei bei den Peter Hess®-Klangmethoden eher vom „Urvertrauen“ gesprochen wird. Viele Menschen beschreiben nach Klangmeditationen oder einer Klangmassage Gefühle von Geborgenheit, Vertrauen, Sicherheit. Und genau diese Gefühle sind für den Genesungsprozess so wichtig und förderlich – ebenso wie die motivationssteigernde Wirkung der Klänge, wie sie Hella und Luis Erler in ihren Untersuchungen zur Klang-Pause beschreiben (kurze Klangübungen von zwei bis fünf Minuten Dauer, die regelmäßig und systematisch angewendet werden; vgl. FZ 9/2014, S. 48-52). Die Klänge stärken also die aktive Teilnahme der Betroffenen am Genesungsprozess, wodurch diese sich wieder als handlungsfähig, als selbstwirksam erleben können.

Mit Klangschalen den Alltag bereichern

Die Klanganwendung als tägliches Ritual kann sehr positive Wirkungen haben. Bewusst und achtsam angewendet, bietet sie einen verlässlichen, Struktur gebenden Rahmen. Sie schafft Raum für Entspannung, zum Loslassen, aber auch zur Entfaltung von Energien und sich selbst heilender Kräfte. Die Klänge können auch gezielt zur Aktivierung der Körperfunktionen, Körperwahrnehmung und Selbstreflexion der eigenen Befindlichkeiten genutzt werden. Neben den später vorgestellten Klangübungen beschreibt Peter Hess in dem Buch „Klangschalen – mein praktischer Begleiter“ verschiedene Klangübungen, wie sie auch nach einem Schlaganfall genutzt werden können.

Das Klang-Setting

Wohlbefinden ist das oberste Ziel eines Klangangebotes. Daher ist es von größter Bedeutung, dass der Klang-Empfangende den Klang einer Schale harmonisch und angenehm empfindet. Die Schwingung sollte gut zu spüren sein, möglichst lange anhalten und gleichmäßig ausklingen. Die Atmosphäre des Klangsettings sollte von Vertrauen, Sicherheit und Geborgenheit geprägt sein. Das was ist, darf sein. Wichtig sind natürlich auch ein ungestörter Raum und eine angenehme Lagerung. Achten Sie auf die Reaktionen Ihres Gegenübers, fragen Sie ggf. nach, ob die Klänge so angenehm sind. Das Klangangebot sollte nicht zu lange dauern, dafür aber regelmäßig erfolgen. Zu Beginn können zwei bis fünf Minuten täglich völlig ausreichend sein.

Das Anklingen der Klangschale

Ein wichtiges Prinzip der Peter Hess®Klangmethoden lautet: Weniger ist mehr! Gerade wenn man noch wenig Erfahrung mit den Klängen hat, neigt man dazu, die Klangschale zu kräftig und zu häufig anzuschlagen. Tönen Sie die Schale möglichst gleichmäßig und sanft an – von außen am oberen Schalendrittel. Achten Sie darauf, dass der Schalenrand nicht durch Ihre Hand oder ein Kissen abgedämpft und die Klangschwingung dadurch beeinträchtigt ist. Manche Menschen mögen es, die Klangschwingung erst ganz ausklingen zu lassen, um dann erst wieder zart angetönt zu werden. Meistens wird es bevorzugt, die Klangschale beim Nachlassen des Tons, also deutlich bevor sie ausschwingt, erneut und regelmäßig anzutönen. Auch hier gilt das Prinzip „Der Kunde ist König“. Der Betroffene übernimmt mit seiner Wunschäußerung auch immer mehr Eigenverantwortung für seine Befindlichkeit – ein wichtiger Aspekt in punkto Selbstbestimmung.

Die innere Haltung als Klangempfangender

Es ist hilfreich, die „inneren Antennen“ auf Empfang zu stellen, sozusagen bereit zu sein, die Klänge und ihre Wirkung wahrzunehmen – ohne dies zu bewerten. Dem Klang einer Klangschale zu lauschen, ohne machen, machen, machen, sondern in einer Haltung des SEINS, BEWUSSTSEINS, PRÄSENTSEINS, BEISICHSEINS, INNEHALTENS, GEWAHRSEINS schult die Wahrnehmung für das Hier und Jetzt, für die Wahrnehmung, was ist, für die innere Stimme, auf das zu hören, was es jetzt wirklich-wirklich-wirklich braucht.
Dieses sich Einlassen auf den Klang und damit auf sich selbst hilft, die eigene innere Mitte wiederzufinden, aus der der Betroffene im wahrsten Sinne des Wortes heraus geschlagen wurde. Die Mitte physisch wieder zu erlangen wird durch das Anstreben, seine innere Mitte zu finden, durch Zentrierung, Stabilisierung, Ausgeglichenheit sicherlich begünstigt.

Intention als Klanggebender

Angehörige fühlen sich oft hilflos, möchten aber gern unter stützen, um sich nicht ohnmächtig zu fühlen. Für das Klang angebot ist es wichtig, aus dem Wollen in eine achtsame Präsenz zu kommen. Es geht weniger um ein bestimmtes Ziel als vielmehr darum, einen Raum für Wahrnehmung, für Wohlgefühl und Entspannung anzubieten. Was der Klangempfangende aus diesem Angebot macht, bleibt ihm überlassen.

Als Klanggebender ist es wichtig, gut in Kontakt mit dem Gegenüber zu sein, dessen Reaktionen zu beobachten und darauf adäquat zu reagieren. Je nach dem aktuellen Bedürfnis des Betroffenen kann dem Klangangebot eine unterschiedliche Intention zu grunde liegen. Wenn Entspannung gewünscht wird, laden Sie den Betreffenden ein, den harmonischen Klängen zu lauschen und wahrzu nehmen, wie der Körper mit Ausatmen und Loslassen antwortet. In diesem Fall wird das Klang angebot wahr scheinlich überwiegend schweigend erfolgen. Wenn Sie die Übung zur Wahrnehmungsförderung und Aktivierung nutzen möchten, dann ist es sinnvoll, den Betreffenden durch Fragen einzuladen, seine Körperwahrnehmung zu beschreiben. Sie können z.B. fragen: „Wie fühlt sich die Schwingung an?“, „Bis wohin sind die sich ausbreitenden Klangwellen zu spüren?“, „Wie verändert sich die Wahrnehmung im Verlauf von wenigen Minuten?“, und während des Klangangebots im Gespräch bleiben.

„Als Klanggebender ist es wichtig, gut in Kontakt mit dem Gegenüber zu sein“

Ein stimmiges Klangangebot gestalten

Grundsätzlich gilt für jedes Klangangebot:
• Klang immer nur mit Einverständnis des Betreffenden anbieten.
• Achtsamkeit ist das oberste Gebot.
• Alles soll angenehm und wohltuend sein – Lagerung und Angebot entsprechend anpassen.
• Es gilt das Prinzip „Weniger ist mehr“. Das heißt, immer individuell schauen, wie viel Klang in diesem Moment guttut.
• Den Betreffenden zur aktiven Teilnahme einladen, z.B. durch Auswahl der Klangschale oder durch Anleitung zur Selbstwahrnehmung.
Es ist wichtig, das Klangangebot an die aktuellen körperlichen, geistigen und seelischen Bedürfnisse des Betreffenden anzupassen. Sie können von Mensch zu Mensch, aber auch von Tag zu Tag sehr unterschiedlich sein. Fragen Sie daher nach oder beobachten Sie die Reaktionen des Klangempfangenden genau, falls keine sprachliche Kommunikation möglich ist.

Bedürfnisse können z.B. sein:

Ruhe: Sie können dem Kranken einen (Klang) Raum jenseits von Überforderung, Hektik, Lärm etc. anbieten. Fragen Sie nach und lassen Sie sich mitteilen, was derjenige sich jetzt genau wünscht. Kein Mensch möchte bevormundet werden. Gerade weil Schwerbetroffene viel Hilfe benötigen, ist es wichtig, dass sie in möglichst vielen Situationen ihre Autonomie behalten.

Unterstützen Sie dies durch Erfragen, was er selbst spürt (oder wieder spüren lernen darf), welches Bedürfnis ihn ihm vorrangig ist, und respektieren Sie den jeweiligen Wunsch. Vielleicht will die Person in diesem Moment gern allein sein – oder ist sie mit einem Klangangebot einverstanden? Allein der Klang im Raum kann „Wunder wirken“!
Ein tiefer Klang, der langsam und leise erklingt, schafft eine beruhigende Atmosphäre. Dabei kann der Klangempfangende geradezu in den Klang eintauchen, genießen oder abschalten, entspannen, von quälenden Gedanken loslassen, vielleicht auch in einen erholsamen Schlaf gleiten.

Zuwendung: Seien Sie da, achtsam und präsent! Mit Worten oder ohne Worte. Der Klang kann beides unter stützen und eine Atmosphäre von Verbindung, Geborgenheit, Sicherheit schaffen, die auch nonverbal wirkt. Bei Auswahl aus mehreren Klängen lassen Sie auswählen bzw. wählen Sie den Lieblingsklang des Empfangenden und nehmen Sie eine innere Haltung der wohlwollenden Zuwendung ein.

Sicherheit, Schutz: Stehen Unsicherheit und Ängste beim Betroffenen im Vordergrund, der nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich seinen Halt verloren hat und nicht weiß, wie es mit ihm weitergeht, kann es für ihn sehr hilfreich sein, sich in Klang eingehüllt zu fühlen.
Dafür verwenden Sie einen – wenn vorhanden – eher tiefen Klang oder den Lieblingsklang und gehen während des zarten und langsamen Antönens der Klangschale langsam und achtsam im Uhrzeigersinn etwa drei bis fünf Mal um den sitzenden oder liegenden Menschen herum.

Aktivierung: Der physikalische Schwingungsimpuls einer Klangschale ist ein ideales Medium, um behutsam die Aufmerksamkeit auf den Körper bzw. eine bestimmte Körperpartie zu lenken. Dies fördert die Sensibilität, die Körperwahrnehmung sowie die Integration der „ausgefallenen“ Seite.
Für den ersten körperlichen Kontakt mit der Klangschale ist die Hand zu empfehlen. Beziehen Sie immer beide Körperseiten in das Klangangebot ein. Beginnen Sie grundsätzlich mit der gesunden Seite und beklingen Sie anschließend die betroffene Seite. Dies ist wichtig für eine beidseitige, ausgeglichene Stimulation. Auch spricht man über die Hand- oder Fußreflexzonen den gesamten Körper an.

Abschluss-Statement

Klang kann einen wohltuenden, heilsamen – manche fühlen auch einen heiligen – Raum schaffen, der zum Heil-Sein einlädt und in dem bei wachsender Resonanz deutliche Selbstheilungsprozesse stattfinden. Man muss noch nicht einmal daran glauben! – Sich einlassen bzw. loslassen reicht.

Auch bei Menschen mit Skepsis habe ich deutliche Verbesserungen miterleben dürfen durch Ausprobieren, sich von der Faszination für die Klänge und die Schwingungen bewegen, berühren lassen, innehalten und sich selbst als ein auf Schwingungen antwortendes System erfahren und wahrnehmen. Folgende beeindruckende Erlebnisse habe ich bei Schlaganfall-Betroffenen mit den Klangmethoden schon oftmals erlebt, häufiger als mit anderen herkömmlichen Methoden:

Besonders beglückend und zu Tränen rührend sind die Erfahrungen, bei denen sich von innen heraus Lähmungen, Sensibilitätsstörungen, Blockaden durch eine Klangmassage „wie von selbst“, also von SELBST auflösen. Ohne Machen, Machen, Machen, sondern durch Sich-Einlassen, (Hochdruck) Loslassen, Fühlen, in Resonanz gehen. Diese „Spontanheilungen“ sind zwar eher die Ausnahme und ein nur bedingt erklärbares Phänomen. Sie weisen aber in faszinierender Weise auf das gesundheitsfördernde Potenzial der Klänge hin.

JA, mit einem Klangschalen-Schlag ist alles anders!

Die ansteckende gesundheits- und resonanzfördernde Wirkung harmonischer Schwingungen für Körper, Seele und Geist zu erleben, beGEISTert, beschwingt und hilft, sich mehr und mehr vollständig, im EinKLANG und Frieden zu fühlen in seiner ganzen PERSON und PERSÖNLICHKEIT als hindurchschwingendes Resonanzwesen.

Es ist nie zu spät für eine glückliche Entwicklung! Nur Mut, vertrauen Sie sich den Klängen an!

Mein besonderer Dank gilt Peter Hess und Prof. Dr. Hella Erler sowie allen meinen KursteilnehmerInnen und neurologischen PatientInnen für die wunderbare Lebens-Klang-Schule.

Das Peter Hess Institut übernimmt für die Anwendung keine Haftung, sondern empfiehlt sich an einen erfahrenen Klangmassagepraktiker zu wenden.

Im folgenden Blogbeitrag stellen wir Ihnen eine Klang-Übungen zur Selbstanwendung vor. Am besten abonnieren Sie unseren Blog oben in der rechten Seitenleiste, um keinen Beitrag zu verpassen.

Wenn Sie selbst lernen möchten, wie Sie die Klangschalen in der Neurologie einsetzen können, lesen Sie hier weiter…

Literatur:

Assies, Peter: Auf einen Schlag ist alles anders. Fischer, R. G., 2007.
Erler, Hella / Erler, Luis: Ein Klang für mich! Untersuchung zur Wirkung der KlangPause bei einzelnen und Gruppen. In Fachzeitschrift KLANG-MASSAGE-THERAPIE 9/2014, S. 48-52.
Gramann, Jens: Erfolgreiche Bluthochdrucktherapie mit der Peter Hess-Klangmassage. In Fachzeitschrift KLANG-MASSAGE-THERAPIE 9/2014, S. 29-33.
Hess, Peter / Koller, Christina: Klangmethoden in der therapeutischen Praxis, Verlag Peter Hess, 2009.
Hess, Peter: Die Peter Hess® Therapieklangschalen. In Hess/Koller, 2009, S. 35-44.
Hess, Peter: Klangschalen – mein praktischer Begleiter. Verlag Peter Hess, 2015.
Koller, Christina: Warum wird die Klangmassage so wohltuend empfunden. In Fachzeitschrift KLANG-MASSAGE-THERAPIE 9/2014, S. 6-14.
Pabst, Maria Anna: Zellen und Klang. In Fachzeitschrift KLANG-MASSAGE-THERAPIE 9/2014, S. 4347.
Rieckmann, Angelika: Klangmassage in der Neurologie bei Schlaganfall-Patienten. In: Hess/Koller, 2009, S. 101-125.
Seitz, Herbert / Koller, Christina. In Hess/Koller, 2009, S. 46-57.

Angelika Rieckmann ist Ergotherapeutin und Klangtherapeutin in der eigenen Privatpraxis „Schule für Achtsamkeit“ in Bad Driburg. Sie ist seit 2006 autorisierte Peter Hess®Klangmassageausbilderin (Gesamtausbildung) und als Dozentin für „Klangmassage in der Neurologie und Psychosomatik“ beim Peter Hess Institut und in vielen therapeutischen Weiterbildungsinstituten im In- und Ausland tätig.
Kontakt
E-Mail: angelika.rieckmann@peterhessinstitut.de
Webseite: www.schule-fuer-achtsamkeit.de

2 Gedanken zu „Klangschalen nach einem Schlaganfall nutzen – Tipps für Betroffene und Angehörige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.