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Übung mit Klangschale nach Schlaganfall

von Gastautorin Angelika Rieckmann

Klang über die Hände erfahren

Idealerweise wird für diese Übung die sogenannte Universalschale verwendet, die sich durch einen besonders vielfältigen
und eher bewegten Klang auszeichnet.

Lagerung

Die Klangstimulation der Hände kann sowohl im Sitzen oder Liegen erfolgen. Im Sitzen sollte der betroffene Arm so
angenehm wie möglich gelagert sein. Er kann entweder auf dem eigenen Schoß, auf einem Tisch oder Rollstuhltisch
positioniert sein. Es empfiehlt sich, ihn weich zu polstern, damit das Gewicht des gelähmten Armes nicht aus dem
Schultergelenk herauszieht und zu sekundären Schulterproblemen und Schmerzen führt. Im Liegen auf dem Rücken
wird der Arm ebenfalls mit Polstermaterial unterstützt. Oft haben Betroffene nur eine beeinträchtigte Wahrnehmung
und spüren nicht, wenn der Arm ungünstig liegt. Geschultes Pflegepersonal und eingewiesene Angehörige kennen sich
mit richtiger Lagerung gut aus – fragen Sie ggf. nach!

Ablauf:

• Beginnen Sie auf der gesunden Hand!
• Positionieren Sie die Klangschale auf der nach oben zeigenden Handfläche.
• Klingen Sie die Klangschale für etwa zwei Minuten sanft und im gleichmäßigen Rhythmus an.
• Schlägeln Sie die Klangschale erst wieder an, wenn der Klang kaum noch zu hören ist.
• Je nach Intention werden Sie diese Zeit schweigend oder im reflektierenden Gespräch verbringen.
• Zum Ende lassen Sie die Klangschale ganz ausklingen, nehmen Sie sie von der Hand herunter und lassen kurz Zeit zum Nachspüren.
• Anschließend positionieren Sie die Klangschale auf der betroffenen Hand. Das wird in den meisten Fällen nicht auf der Handinnenfläche möglich sein, was aber kein Problem ist. Die Schwingungen breiten sich durch die Hand und Finger aus, unabhängig von der Aufstellposition. Das kann (bei schlaffer Lähmung) der Handrücken sein oder (bei spastischer Lähmung) die gefaustete, evtl. auch stark abgewinkelte Hand. (Tipp: Es gibt Lagerungskissen, die die Schwingung der Klangschale gut weiterleiten, sodass die betroffene Hand bequem gelagert und der Klang trotzdem gut übertragen werden kann.)
• Stabilisieren Sie die Schale, indem Sie sie mit den Fingern von der Unterseite stützen, oder nutzen Sie dafür weitere Lagerungshilfen. Achten Sie darauf, dass die Schale nicht wackeln oder gar herunterfallen und trotz der Stabilisierung noch gut schwingen bzw. klingen kann (nicht am Rand festhalten).
• Laden Sie den Klangempfangenden wieder zum Genießen oder zur bewussten Wahrnehmung ein.
• Falls Sie eher aktivieren möchten, können folgende Fragen die Reflexion anregen: „Welche Sinneswahrnehmung erlebst du an der betroffenen Seite?“, „Wie ist der Klang, wie die Schwingung?“, „Wie ist es im Vergleich zur vorherigen Seite?“, „Verändert sich etwas während der Klangstimulation?“, (und bei wiederholten Klanganwendungen) „Wie verändert sich die Wahrnehmung von Mal zu Mal?“
• Auch hier gilt: Weniger ist mehr. Enden Sie nach ein bis zwei Minuten, lassen Sie die Klangschale ganz ausschwingen und nehmen Sie sie dann von der zweiten Hand herunter.
• Nun geben Sie etwas mehr Raum zum Nachspüren – das ist ein sehr wichtiger Teil des Klangangebotes!
• Im Anschluss können Sie sich – falls gewünscht – über die Klangübung bzw. Erfahrung austauschen.

Das Peter Hess Institut übernimmt für die Anwendung keine Haftung, sondern empfiehlt, sich zuerst an einen erfahrenen Klangmassagepraktiker zu wenden, wenn Sie noch keinen Kontakt mit Klangschalen hatten.

Den dazugehörenden Fachartikel zum Einsatz der Klangschalen nach Schlaganfall finden Sie hier…

Wie Sie die richtige Klangschale für sich finden, können Sie hier nachlesen…

2 Gedanken zu „Übung mit Klangschale nach Schlaganfall

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