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Lyrik und Klang, Teil 2 – Gedicht Rilke als Podcast mit Klangschalen

Ulli Krause gibt Ihnen einen eine Einführung in das Gedicht „Vor lauter Lauschen und Staunen sei still“ von Rainer Maria Rilke als Podcast mit Klangschalen. Zuerst das Gedicht:

Vor lauter Lauschen und Staunen sei still

Vor lauter Lauschen und Staunen sei still,
du mein tieftiefes Leben;
dass du weißt, was der Wind dir will,
eh noch die Birken beben.

Vor lauter Lauschen und Staunen sei still

Und wenn dir einmal das Schweigen sprach,
lass deine Sinne besiegen.
Jedem Hauche gib dich, gib nach,
er wird dich lieben und wiegen.

Vor lauter Lauschen und Staunen sei still.

Und dann meine Seele sei weit, sei weit,
dass dir das Leben gelinge,
breite dich wie ein Feierkleid
über die sinnenden Dinge.

Vor lauter Lauschen und Staunen sei still.

(Rainer Maria Rilke)

Vielleicht, liebe Leserinnen und Leser, haben Sie ja Interesse, ein paar Gedanken zum Gedicht von mir vor dem Hören zu lesen.

Lauschen und Staunen sind Schlüsselbegriffe in diesem Gedicht von Rilke. Es sind alltägliche Vorgänge, gerade in dieser Zeit, die uns beschäftigen. Wir lauschen den Dingen, die in Worte gefasst uns im Gespräch mit anderen oder auch über die Medien erreichen. Und das Staunen ist die Reaktion darauf, das Wahrnehmen von Dingen, und versetzt uns in einen Zustand vielleicht von Angst, Zögern und Zweifel, der nicht mehr einhergeht mit dem, was wir vielleicht als Lebensvorstellung „Du mein tieftiefes Leben“ für uns definieren.

Gelingt es mir aber, die Achtsamkeit wieder auf mich selbst zu lenken, zu ahnen, „was der Wind dir will“, dir entgegenbringen will, versuche ich, meiner Lebenskraft und meiner eigentlichen Bestimmung nachzuspüren. Dazu braucht es das aufmerksame Schweigen, in das ich mich hineinbegeben darf, eine Geisteskraft, die man als göttlich bezeichnen kann, aber auch aus mir selbst heraus entstehen kann. Eine tragende Kraft für eine Weite, vielleicht auch ein Weg in die Freiheit. So können wir unser Leben vielleicht aus der Tiefe heraus umgestalten. Der Mensch wendet sich dem Blick des Herzens zu, dem nach innen gerichteten, dem getauschten Blick. Rilke schrieb auf einem Notizblatt „Dass dieses leerzehrende Aus mir hinausschaun abgelöst werde durch ein liebevolles Bemühtsein um die innere Fülle.

Es ist das Leise, das Stille – vom Wind zum Hauch – als zündende Kraft, um hoffnungsvoll in die Zukunft schauen zu können, zu den leisen Quellen des Lebens – „gelingendes Leben“.

Dieses „sei still“ ist der Weg in die Stille, die uns in der Begleitung mit Klängen in die Meditation führen kann.

Hören Sie sich auch das Gedicht “ Wenn es nur einmal so ganz stille wäre“ von Rilke als Podcast mit Klangschalen an.

Bei Interesse selbst Gedichte und Fantasiereisen mit Klangschalen vorzutragen, lesen Sie sich das Seminar Fantasiereisen durch, das könnte etwas für Sie sein.

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