Mit Klangschalen Prophylaxen für Senioren verbessern

© Rosemarie Bleil

Die Pflegeexpertin und Gerontologin Rosemarie Bleil hat aufgrund der positiven Erfahrung mit Klangschalenanwendungen in der Pflege alternative Prophylaxen-Angebote entwickelt, die auf der Peter Hess®-Klangmassage basieren. Die entspannende, Stress, Ängste und Schmerzen reduzierende Wirkung der Klänge wird hierbei gezielt genutzt. Die Klangexpertin hat für eine nachhaltige Umsetzung parallel zu Anwendungskonzepten auch Standards, Verfahrungsanweisungen und Durchführungsprotokolle entwickelt, wie sie z.B. im SeniorenWohnen Küpferlingen in Rosenheim seit einigen Jahren verwendet werden. Heute berichtet die Mitentwicklerin des Abschlusses „Peter Hess®-Klangexperte*in Demenz“ und „Peter Hess®-Klangexperte*in Gerontologie“ am Peter Hess Institut für uns über die Möglichkeit, mit Klangschalen alternative und effektive Prophylaxen für Senioren zu gestalten.

Prophylaxen für Senioren – Alternative Angebot mit Klangschalen

Ich führte zusammen mit zahlreichen Klangkolleginnen und Klangkollegen im Landkreis Rosenheim ein Projekt zur Kennzahlendokumentation durch. Insgesamt nahmen 180 Bewohnerinnen und Bewohner aus 3 Heimen, 1 ambulanter Pflegedienst und 1 Tagespflege teil. Wir konnten z.T. erstaunlich positive Effekte durch die Integration der Klangschalen in verschiedenen Pflegebereichen belegen, gerade auch bei den Prophylaxen.

Die Klang-Prophylaxen werden dabei alternativ zu herkömmlichen Prophylaxen eingesetzt und benötigten den identischen Zeitaufwand – dazu wurden sie mit Stoppuhr verglichen. Hier ein kleiner Einblick, bei welchen Prophylaxen ein alternatives Klangangebot durchgeführt wurde und welche Wirkung dokumentiert werden konnte:

Pneumonieprophylaxe:

Hier geht es um darum, bei Bewegungsmangel, Bettlägerigkeit oder Vorerkrankungen die Entstehung einer Lungenentzündung vorzubeugen.

Die Klangschalen-Anwendung wurde im Pflegebett oder am Rollstuhl regelmäßig  durchgeführt und dauerte 10-15 Minuten.

►Die Klangschwingungen scheinen zu einer Lockerung des Sekrets in der Lunge beizutragen, wodurch die Bewohner wesentlich besser abhusten konnten.

► Zudem erhielten die Bewohner durch die Klangschalen-Anwendung Körperkontakt und eine basale Stimulation am Rücken, was zu einer Stärkung der Körperwahrnehmung beitrug.

► Es konnte eine Reduktion von Medikamenten wie Amaxicillin, Phenoxymethylpenicillin und Cefuroxim beobachtet werden.

Obstipationsprophylaxe:

Diese Prophylaxe dient der Vorbeugung der Verstopfung des Darms. Dabei kam die Klangmassage für den Bauchraum zum Einsatz.

► Schwierigkeiten bei Toilettengängen nahmen ab und die Toilettengänge wurden regelmäßig.

► Medikamente wie Laxoperal, Dulcolax oder die Verwendung eines Klistiers konnten um 40 % reduziert werden.

Kontrakturenprophylaxe:

Ziel dieser Prophylaxe ist es, Funktions- und Bewegungseinschränkungen der Gelenke vorzubeugen bzw. entgegenzuwirken. Die Gelenke werden mit den sanften, rhythmischen Schwingungen der Klangschalen „massiert“.

► Es konnte eine Lockerung der Gelenke und damit mehr Beweglichkeit erzielt werden, auch Schmerzen nahmen ab.

► Es entstanden keine neuen Kontrakturen, die vorhandenen Kontrakturen an Füßen (wie Spitzfuß) und Händen konnten z.T. ganz abgebaut werden.

Sturzprophylaxe:

Eine wichtige Prophylaxe in der Pflege, die der Vorbeugung von Stürzen dient und diese im besten Fall gänzlich zu verhindern versucht. Hier kam die XXL-Klangschale zum Einsatz – parallel zu Krankengymnastik und AOK-Programm.

► Stürze konnten fast völlig reduziert werden.

Hier ein kurzes Video zu möglichen Anwendungen der Klangschalen in der Pflege:

Zahlreiche positive Wirkungen der Klangschalenanwendung in der Pflege

Wir konnten bei diesem Projekt noch zahlreiche weitere, positive Effekte der Klangschalenanwendung belegen, v.a. auch in Hinblick auf die Medikamentengabe. So konnte z.B. bei 8 Bewohnern, bei denen Ödeme durch sehr starke Wassereinlagerungen an den Beinen vorlagen und die medikamentös behandelt werden mussten, die Diuretika-Medikamente komplett abgesetzt werden. Insgesamt konnte bei Bewohnern mit Demenz auch eine Reduktion von Neuroleptika und Psychopharmaka dokumentiert werden. Allgemein konnten zudem positive Auswirkungen bei Schmerzen, Arthrose, Rheuma, Schlaganfall und in der Sterbebegleitung beobachtet werden.

Film-Tipp

So ist es mir nach wie vor ein wichtiges Anliegen, Menschen für die Klangschalen zu begeistern. Denn die vielfältigen Möglichkeiten, Klangschalen in der Pflege, bei Demenz oder auch in Palliative Care einzusetzen, steigern die Lebensqualität der Betroffenen und erhöhen die Freude an der Arbeit beim Pflegepersonal – das erlebe ich immer wieder. Und so freue ich mich besonders, dass aktuell in der ARD-Mediathek ein Film-Beitrag zum Thema  Pflegeheim: Klangschalen für mehr Lebensqualität zu finden ist. Hier berichtet die Ergotherapeutin Fatima Aderhold über ihre Arbeit mit den Klängen im DRK Seniorenpflegeheim Erfurt. Der Beitrag ist noch bis 13.07.2022 online.

Weiterführende Tipps

Rosemarie Bleil

Rosemarie Bleil PortraitExaminierte Altenpflegerin, Sozialmanagement, Gerontologin, Peter Hess®-Klangpädagogin in Pflege,  Demenz und Palliativbegleitung. Seit 2013 autorisierte Ausbilderin in den Peter Hess®-Klangmethoden.

Kontakt: E-Mail: rosemarie.bleil@web.de · www.klangschalen-in-der-pflege.de

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