AllgemeinErfahrungsberichte

Peter Hess und die Geburtsstunde der Klangmassage

16-09-19 Peter Hess bei der Klangmassage

von Christina Koller

Wer sich für Klänge und Klangschalen interessiert, dem ist Peter Hess ein Begriff. Als Pioniere der Klangarbeit und Begründer der Klangmassage mit Klangschalen hat er seit den 1980er Jahren maßgeblich zur Verbreitung dieses Instrumentes und vor allem zum professionellen Einsatz der Klänge in den Bereichen Wellness/Prävention, Pädagogik/Beratung, Therapie und Heilwesen beigetragen. Sein Leben ist eng mit Nepal verbunden. Dort war die Geburtsstunde der Klangmassage, und seither ist er sicher mehr als 60-mal in dem Land gewesen, in dem er Erfahrungen sammeln durfte, die sein Leben so wesentlich beeinflussten: Erfahrungen wie sie viele machen, die sich von den Klängen der Klangschalen berühren lassen.

Seine Lebensgeschichte spiegelt den Pioniergeist, die Reiselust und die Neugierde aufs Leben, die Peter Hess auszeichnen. Im August feierte er seinen 75. Geburtstag.

Wie alles begann…

1941 in Petersberg bei Fulda geboren, wuchs Peter Hess als eines von drei Kindern und ohne Vater auf, denn dieser war im Krieg gefallen. Früh wurde ihm das konservative, katholisch geprägte Umfeld seines Heimatdorfes zu eng. So kam es, dass er gegen den Willen seiner Familie durchsetzte, dass er das Klostergymnasium des südholländischen Franziskaner-Klosters in Watersleyde besuchen konnte. Rückblickend sagt er: „Ich fühlte mich von Kindheit an von dieser Welt nicht angenommen und kam mir als Last für die anderen vor. Mein Leben fand ich schwierig, ich dachte, alle seien gegen mich.“ Aber es sollte kein Priester aus ihm werden, denn bei den Franziskaner-Brüdern fand er nicht, wonach er suchte. So kam es, dass er wieder zurück in Deutschland sein Abitur machte und ein Studium in Physikalischer Technik absolvierte. Als junger Ingenieur zog ihn die Abenteuerlust in die Welt, und er reiste 1966 zusammen mit einem Freund zum ersten Mal nach Indien und Nepal. Mit wenig Gepäck und Geld machten sich die beiden jungen Männer mit einem Heinkel-Motorroller auf den Weg. „Bei meiner damaligen Reise ging es mir nicht um Selbstfindung, sondern es war die reine Abenteuerlust. In Indien glaubte ich, als Ingenieur alles besser als die Inder zu wissen – und habe mich entsprechend dumm benommen.“ Und doch war diese Reise der Beginn einer Entwicklung, die viele Jahre später zu einer entscheidenden Wende in seinem Leben führen sollte. Nur kurz im Ingenieurberuf tätig, entschied sich Peter Hess, noch einmal zu studieren und Lehrer zu werden. Es war die Zeit der Studentenrevolution, als er in Darmstadt seine Tätigkeit als Berufsschullehrer aufnahm. „Es gab viele ‚schwierige‘ Klassen an meiner Schule, oft waren es 16 Schüler aus 16 verschiedenen Nationen. Leider wurden die jungen Menschen schnell als zu schwierig und unfähig abgestempelt, und so war es nicht verwunderlich, dass es höchstens zwei bis drei Schüler bis zur Gesellenprüfung schafften. Im Gegensatz zu vielen meiner Kollegen fand ich das eher spannend. Ich weiß nicht warum, vielleicht weil ich selbst bei meinen Lehrern nicht sehr beliebt war, aber irgendwie konnte ich immer das Potenzial in diesen jungen Menschen sehen. Intuitiv konnte ich mit praktischen Dingen ihr Interesse wecken, so haben wir z.B. einmal Lautsprecher gebaut – das fanden die spitze und waren voll dabei. Naja, jedenfalls bestanden in meinen Klassen oft 14 Schüler auf Anhieb die Prüfung, der Rest beim zweiten Anlauf. Da wurde mir zum ersten Mal die enorme Kraft unserer Gedanken bewusst. Zudem haben mich die Erfahrungen als Lehrer darin bestätigt, Lernen immer mit der Praxis zu verbinden. Beides Dinge, die auch heute in unseren Seminaren am Peter Hess® Institut von zentraler Bedeutung sind“, resümiert Peter Hess über diese Zeit.

Es dauerte noch einige Jahre, bis die 1966 angebahnte Entwicklung ihren Lauf nahm. Schon früh interessierten den eher rational orientierten jungen Mann auch feinstoffliche Energien und er suchte nach Möglichkeiten, diese wahrzunehmen und messbar zu machen. Dieses Interesse brachte ihn neben seinem Beruf als Lehrer und seinen Aktivitäten als Ökobauer zur Radiästhesie, also dem Umgang mit Pendeln und Wünschelruten. All dies führte ihn 1984 auf eine mehrere Monate dauernde Forschungsreise nach Nepal. Das Leben hatte ihn inzwischen einiges gelehrt, und so lernte er Nepal auf dieser Reise noch mal ganz neu kennen. Zudem war ein Familienmitglied schwer erkrankt, was sein Interesse an alternativen Heilmethoden weckte. Im Rahmen des Forschungsprojektes sollte er rituelle Plätze, Wege, besondere Steine oder Orte der Kraft ausmessen, immer mit der Frage nach dem Besonderen solcher Plätze. Zudem nahm er an vielen Ritualen und Heilzeremonien teil. Seine Messungen und Studien führten zu der Begegnung mit einem Musikforscher, der sich für seine Arbeit interessierte. Dabei kam er erstmals mit der Wirkung von Klängen in Berührung und erfuhr ihre Wirkung am eigenen Leib – sowohl in positiver wie auch negativer Weise. Er lernte, dass es im Osten die Vorstellung von „Nada Brahma“ gibt, was so viel heißt wie „Die Welt ist Klang“. Aus diesem Verständnis heraus ist die gesamte Schöpfung, also auch der Mensch, aus Schwingungen entstanden und über Schwingungen miteinander verbunden. So können Klänge den Menschen in besonderem Maße beeinflussen. Laut dieser Philosophie, die auch dem Nada Yoga, dem „Yoga des Klanges“ zugrunde liegt, können uns Klänge auch mit dem ewigen Klang, dem Transzendenten, verbinden und uns an unseren göttlichen Ursprung zurückführen. Dies ist letztlich die Erfahrung, die Peter Hess in Nepal machen durfte und die sein Leben für immer verändern sollte. Über den Musikprofessor lernte er auch Klangschalen kennen und ihm war sofort klar, dass sie mit ihren harmonischen Klängen und sanften Vibrationen den Menschen im Westen genau diese Erfahrungen ermöglichen können. Das war die Geburtsstunde der Klangmassage.

Wie es weiterging…

…und wie aus der Idee zur Klangmassage die heutigen Peter Hess®-Klangmethoden – bis hin zum Bachelorstudium Komplementäre Methoden / Klang-Resonanz-Methode (Kooperation zwischen dem Peter Hess® Institut und der Steinbeis-Hochschule Berlin) – entstanden sind, das können Sie in einem Porträt über Peter Hess nachlesen, das in der Fachzeitschrift KLANG-MASSAGE-THERAPIE 11/2016 erscheinen wird. Die Zeitschrift erscheint übrigens parallel zur Fachverbandstagung vom 4. bis 6. November 2016, in deren Rahmen auch der 75. Geburtstag von Peter Hess gefeiert wird!

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